Produktvorstellung im Detail
Ist weniger mehr?
Trail-, Allmountain- und Enduro-Bikes sind derzeit in den Shops und auf den Trails deutlich präsenter. Sie seien vielseitiger, argumentieren ihre Anhänger. In der Tat sind Bikes, die nicht mit Federweg geizen, bergab zuverlässige Scorer. Doch gerade Allmountain- und Enduro-Bikes haben auch in puncto Uphill-Qualitäten zugelegt. Raketen auf den Anstiegen sind aber die wenigsten und man wird das Gefühl nicht los, bergauf mit angezogener Bremse unterwegs zu sein. «It’s all about the down …!» Dreht sich tatsächlich alles um die Abfahrt?
Sehnsucht nach Uphill-Flow
Als Verfasser dieser Zeilen schwinge ich mich seit rund 30 Jahren auf Mountainbikes. Die vergangenen Jahre habe auch ich vorwiegend auf Untersätzen mit 140 Millimeter Federweg oder mehr gesessen. Und dabei habe ich fast vergessen, wie geil es sein kann, auf einem Bike zu sitzen, das so spritzig ist, dass es tatsächlich Laune macht, mit Speed den Berg hinaufzuscheuchen. Auf flowigen Trails das spielerische Handling zu geniessen, auf etwas ruppigeren Wurzeltrails den Untergrund wirklich zu spüren.
Schaut man sich die Ausstattung der Testkandidaten näher an, ist schnell klar: Die meisten Downcountry-Bikes sind auf Vielseitigkeit getunte Race-Fullys – etwas mehr Federweg (zumindest an der Gabel), robustere, etwas gröber profilierte Reifen, Vario-Stütze, ein etwas breiterer Lenker, ein kürzerer Vorbau und damit eine aufrechtere Sitzposition. Einige der Bikes, wie das BMC Fourstroke LT, das Orbea Oiz M Team oder auch das Mondraker F-Podium DC, stammen aus der gleichen Entwicklungslinie wie die im Worldcup eingesetzten XC-Heissblüter. Jedoch sind die Rahmengeometrien etwas angepasst, die Lenkwinkel sind im Vergleich etwas flacher. Das macht die Bikes laufruhiger und auf steilen, ruppigen Abfahrten weniger nervös. Die abfahrtsorientierte Ausstattung schlägt sich natürlich auch auf der Waage nieder. Insgesamt haben sich die Hersteller aber einiges einfallen lassen, runde Gesamtpakete abzuliefern. Einige der Testkandidaten sind mit einem Gesamtgewicht um oder leicht unter elf Kilogramm sehnige Leicht-Athleten mit beachtlicher Uphill-Performance. So jedenfalls die Theorie. Andere wiederum nähern sich der Downcountry-Kategorie als Enduro-light.
Konstruktion: Rahmen mit XC-Genen
Uphill: Endlich wieder Gas geben
Downhill: Freude am Fahren
tionen selbstverständlich stärker spürbar sind als bei einem Fully mit 150 Millimeter Federweg. Aber vor allem im mässig technischen Gelände machen die Bikes enorm Spass. Sucht man nicht gerade die radikale Enduro-Raceline, lassen sich die Downcountry-Bikes auch in verblocktem Terrain sportlich bewegen und bieten gegenüber Bikes mit mehr Federweg dank ihrer hohen Agilität teilweise sogar einen Vorteil. Sie lassen sich reaktionsschneller manövrieren. In der Downhill-Wertung überzeugen das Giant Trance X sowie das Yeti SB 115 und das Santa Cruz Tallboy die Tester. Fast alle Testbikes sind mit Reifen ausgestattet, die mit guten Abfahrtsqualitäten und griffigem Profil überzeugen. Die Reifenbreite bei den Testmodellen lag überwiegend zwischen 2.3 und 2.4 Zoll. Auch hier interpretieren die Hersteller die Kategorie unterschiedlich, die einen mit etwas breiteren XC-Pneus, die anderen mit arg grober Enduro-Bereifung. Das schmälert teils den Vortrieb und treibt das Gewicht nach oben. Dafür erhöhen vor allem die Reifen das Einsatzspektrum für Nichtrennfahrer deutlich. Wie auch bei anderen Kategorien entscheidet der Einsatzbereich, aber vermutlich vor allem die persönlich Vorliebe über die Reifenwahl.
Fazit: spritzige Spassmaschinen
So haben wir getestet
Testtrails und Testteam
Test-Basislager Bike Kingdom Lenzerheide
bikekingdom.ch
arosalenzerheide.swiss
lenzerheide.revierhotels.com
Produktdaten
- Produktkategorien
- Mountainbikes
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