Beim Test auf den Trails rund um das Bike-Paradies Davos stachen vor allem die neuen Modelle mit Light-Antrieben ins Auge. Denn die Schere zwischen Leichtbau-Pedelecs und Enduro-tauglichen Bikes mit hoher Reichweite öffnet sich gerade massiv. Satte 10 Kilogramm Gewichtsunterschied trennen das leichteste Bike im Test, das Thömus Lightrider E Ultimate (16,2 kg in der Vorserie, unter 15 kg mit der leichtesten Serienausstattung), und den schwersten Testkandidaten, das Cannondale Moterra Neo Carbon LT 2 (26,2 kg). Das entspricht quasi einem leichten Cross-Country-Fully mit aufgeschnalltem Bidon. Doch nicht nur die Kilos machen den Unterschied. Die beiden Extreme unterscheiden sich auch deutlich im Fahrverhalten und bei den erzielbaren Reichweiten. Die Zeiten, in denen sich Trailbikes mit E-Antrieb von E-Enduro-Bikes, leicht überspitzt ausgedrückt, nur durch 20 Millimeter mehr oder weniger Federweg unterschieden, sind definitiv vorbei.
Wie schwer darf ein E-MTB sein?
Eine völlig neue Leichtigkeit des Seins entdeckte die BORN-Testcrew auch auf dem Trek Fuel EXe. Obwohl etwas schwerer als das Thömus – dafür mit einem potenteren Fahrwerk, das sich auch auf harten, verblockten Kursen erstaunlich schluckfreudig und laufruhig zeigte –, fährt sich auch der neueste E-MTB-Wurf der amerikanischen Bike-Schmiede beinahe wie ein herkömmliches Mountainbike. Zudem ist dessen Motor so minimalistisch dimensioniert und clever in den Rahmen integriert, dass er auf den ersten Blick kaum als solcher erkennbar ist. Der HPR50-Antrieb stammt vom deutschen Hersteller TQ. Dessen Herzstück ist eine 1850 Gramm leichte Antriebseinheit – ein Kilogramm weniger als die des Bosch Performance CX. Wenn sich TQ bisher auch hauptsächlich in der Robotik einen Namen gemacht hat, ist die oberbayerische Motorenschmiede in der Bike-Branche kein Neuling mehr. Mit dem HPR50-Antrieb und der Kooperation mit Trek hat sich TQ nun aber in die Oberliga katapultiert. Das Kürzel «HPR» steht dabei für das verwendete «Pin-Ring-Getriebe». Im Gegensatz zu den Herstellern anderer E-Bike-Mittelmotoren verzichtet TQ auf die «klassischen» Planetengetriebe. Die Reduktion von Bauteilen erlaubt dabei nicht nur eine kompakte und leichtgewichtige Konstruktion – zusätzlich ist das Betriebsgeräusch des Motors beim Fahren kaum noch wahrnehmbar.
Fette Akkus gegen Reichweitenangst
Bike-Spass ohne Motor?
Fazit: Das individuell am besten passende E-Bike zu finden wird aufwendiger, weil die Auswahl an Modellen mit unterschiedlichen Qualitäten und Stärken nochmals steigt. Gleichzeitig dürfen sich Bikende aber auch freuen. Ein Bike zu finden, das nach Selbstanalyse tatsächlich zu den individuellen Fähigkeiten, den physischen und fahrtechnischen Fertigkeiten passt, wird mit dem grösseren Angebot nun nochmals wahrscheinlicher. Und natürlich darf das weiterhin auch gerne ein Mountainbike ohne Motor sein. Die getesteten Modelle von Mondraker und Yeti bieten enorm viel Fahrspass. Was das natürliche Fahrgefühl der E-MTB-Antriebe betrifft, sind die Platzhirsche Bosch und Shimano längst nicht mehr unanfechtbar. Die Beispiele TQ und Maxon zeigen, was möglich ist, wenn erfahrene Bike-Hersteller zusammen mit kleineren Antriebsproduzenten das Thema E-Bike-Antrieb konsequent zu Ende denken.
So haben wir getestet
Basislager für den BORN Bike-Test war das Hotel Ochsen 2 in Davos, davosklostersmountains.ch
Unterstützt wurde der Test von der Destination Davos Klosters, davos.ch
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Produktdaten
- Produktkategorien
- Mountainbikes
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