Eine Frage des Profils: Welche MTB-Reifen im Winter?
- Pannensicherheit
- Grip
- Rollwiderstand
Hinzu kommt die Frage: Welches Profil – also welche Stollen – die richtigen sind, um über die schneebedeckten Trails zu schweben. Im Winter haben wir es beim Biken vor allem mit Feuchtigkeit und Nässe bzw. Schnee in Kombination mit Laub und Geröll zu tun. Böden weichen auf oder lassen nur erahnen, was sich unter der weissen Pracht verbirgt.
Bei der Wahl der Reifen solltest du beim Profil grundsätzlich auf folgendes achten:
- Reifen mit einer breiten Lauffläche
- weit auseinanderstehende Rillen
- grobe Stollen
Weiches oder hartes Gummi?
Reifenentwickler werden bei der Konzeption von Auto(Reifen) mit zwei Dingen konfrontiert: der Verglasungstemperatur sowie der Glasübergangstemperatur. Beide Begriffe beschreiben die sich verändernden Eigenschaften einer Gummimischung bei Temperaturveränderungen:
- Glasübergangstemeperatur: Die Glasübergangstemperatur beschreibt den Temperaturbereich, in dem der Reifen den meisten Grip hat. Genauer geht es hier um die Verformbarkeit der Gummimischung. Laut Pirelli wird die Gummimischung bei Sommer(Auto)Reifen so konzipiert, dass sie bei rund 20 Grad das Grip-Optimum erreichen. In diesem Temperaturbereich weist der Kautschuk für Sommerreifen das ideale Verhältnis von Verformbarkeit und der Fähigkeit auf, wieder in den Ausgangszustand zurückzukehren (Hysterese). Das Verhältnis dessen beschreiben wir umgangssprachlich als Grip.
- Verglasungstemperatur: Sinken die Temperaturen, verändert sich das Verhältnis von Verformbarkeit und Hysterese. Ein Sommerreifen verliert mit fallender Temperatur seine Elastizität und die Hysterese dauert länger, der Grip nimmt rapide ab. Von der Glastemperatur/Verglasungstemperatur spricht man, sobald die Umgebungstemperatur so gering ist, dass die Gummimischung verhärtet. Sich also nicht mehr verformen lässt, wodurch sich der Reifen nicht mehr an den Untergrund anpassen kann. Ziel von Reifen-Entwicklern ist es deshalb, Gummimischungen zu konstruieren, die unterschiedliche Glasübergangstemperaturen haben, um in der jeweiligen Jahreszeit das Höchstmass an Grip zu generieren.
Für die Wahl deiner Reifen und der Gummimischung bedeutet das nun Folgendes: Entweder der Hersteller deiner Wahl hat MTB-Reifen für den Winter und die Glasübergangstemperatur wird sogar angegeben oder aber du nimmst einen MTB-Reifen mit einer sehr weichen Gummimischung wie den Pirelli Scorpion mit der Lauffläche S. Dabei handelt es sich um einen Reifen mit einer sehr weichen Gummimischung in Kombination mit einem groben, weit auseinanderstehenden Profil. All das in der Hoffnung, dass die Verglasungstemperatur nicht erreicht wird.
MTB-Trails müssen verdichtet sein: Finde den richtigen Luftdruck
Wie viel Luftdruck im Winter?
- Weniger ist mehr: Spätestens seitdem es Tubeless Mäntel gibt, scheint man sich in der Velo-Industrie einig darüber zu sein, dass weniger Luftdruck im MTB-Reifen besser ist. Der geringere Luftdruck führt zu einer grösseren Lauffläche des Reifens und erhöht damit in der Theorie den Grip – egal ob Sommer oder Winter. Da der Untergrund im Winter meist schlammig, nass und somit rutschig ist, ist die Option: weniger Luftdruck = mehr Grip meist die Beste. Je nach Körpergewicht, Fahrstil und Reifenvolumen kannst du von deinem gewohnten Luftdruck 0,1 bis 0,3 Bar für den Wintereinsatz ablassen. Bedenke aber auch hier den oben erwähnten Punkt, dass sich die Luft im Reifen bei kalten Temperaturen bereits zusammenzieht.
- Viel Luftdruck hilft viel: Es gibt jedoch eine Ausnahme. Das Problem bei Schnee ist, dass es nicht nur Champagne-Powder und Hardpack gibt. Deine MTB-Reifen sollten bei den unterschiedlichsten Schneebedingungen performen. Bei gewissen Schneebedingungen kann sich eine zu grosse Lauffläche allerdings nachteilig auswirken, in dem der Reifen nun beginnt, auf dem Schnee zu schwimmen, ohne dass die Stollen sich in den Boden graben können. In diesem Fall kannst du folgenden Trick ausprobieren: Erhöhe den Luftdruck deiner Reifen oder/und probiere einen Reifen mit einem geringeren Umfang aus! Indem du die Lauffläche verringerst, kann es passieren, dass deine Reifen auf einmal durch die Schneedecke stechen und wieder Grip generieren.
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