No Flow – mit Absicht
Dominik Hug - In Short
Gefühlt schon immer. Und im Durchschnitt bestimmt zwei bis drei Mal pro Jahr.
Die Faszination? In einem Satz zusammengefasst?
No Flow, und wenn man den richtigen Zeitpunkt erwischt: wenig Tourismus.
Die schönste Jahreszeit?
Für mich im Juni. Da haben die Deutschschweizer noch keine Sommerferien und vor Ort ist noch kaum etwas los. Und dann ist es auch schon warm genug für ein Bad im Fluss!
Dein Signature Trail-Tipp?
Der Brüsacü Trail oberhalb von Leontica. Den erreichst du über einen Alpweg mit toller Aussicht. Und dann warten 1300 Tiefenmeter Trail ohne eine Sekunde Langeweile!
Zurück zu den Wurzeln
Flow pur eben!»
Gehrig Twins - In Short
Schon seit über 20 Jahren. Und vor allem dann, wenn das Wetter im Süden mehr Spass verheisst also bei uns. Übers Jahr sind wir sicher fünf Mal dort.
Die Faszination? In einem Satz zusammengefasst?
Deftige Trails und Dolce Vita!
Die schönste Jahreszeit?
Im Herbst, wenn es noch warm ist und die Lärchen golden sind. Oder im Frühjahr? Wenn überall noch Schnee liegt, aber hier eben nicht? Schwierig …
Euer Signature Trail-Tipp?
Der Carbon Trail an der Alpe di Neggia ist ein super Mix aus anspruchsvoll und gebaut. Der Trail will überhaupt nicht mehr aufhören und hat im unteren Abschnitt ein top Panorama!
Grund genug, um das Tessin zum bevorzugten Naherholungsziel zu küren? «Nein! Da gibt es die urigen Grotti, die schönen Orte, die Seen, die Uferpromenaden mit Palmen und Gelati. Auch wenn wir oft nur einen Tag haben, fühlt sich das jedes Mal wie Urlaub an!» Und natürlich gibt es auch noch die Trails. Sicher ist die originale Downhill-Strecke am Monte Tamaro, «seinerzeit der Stolz der Schweizer Downhillszene und die härteste Abfahrt überhaupt», inzwischen aufgegeben, überwuchert, nicht mehr zeitgemäss. «Aber viele andere Trails vor Ort sind mega flowig und spassig zu fahren!» Also ein perfektes Freeride Einsteiger-Revier? «Nun ja, Flow ist relativ», lacht Caro. «Wenn man die gebauten Trails verlässt, bekommt man es schnell mit Felspassagen zu tun. Das ist schon eine Herausforderung. Aber wenn du das am Stück durchziehst, kommst du in einen Flow-Zustand!»
Dolce Vita also für alle, die das Grobe lieben? «Es gibt auch fahrtechnisch relativ leichte Trails. Zum Beispiel an der Cardada oberhalb von Locarno, oder der Carbon Trail an der Alpe di Neggia. – da muss man kein Enduro-Profi sein, um Spass zu haben», ist Anita überzeugt. «Aber die Trails im Tessin sind oft steil, oft verblockt, oft anspruchsvoll. Ein Einsteigergelände ist das nicht. Aber genau das hat uns ja angefixt. Genau deswegen kommen wir so gerne her!»
Kein schlechter Kanton
Lukas Stöckli - in Short
Seit Ewigkeiten. Wohl mit zum ersten Mal für die XC Schweizmeisterschaften in den 90ern.
Die Faszination? In einem Satz zusammengefasst?
Flüssig fahrbare Trails auf historischen Wegen, die tiefe Einblicke in die Kultur und Geschichte erlauben.
Die schönste Jahreszeit?
Schön sind alle Jahreszeiten. Optimal ist das Frühjahr. Ein besserer Ort für den Wiedereinstieg nach der Winterpause ist kaum vorstellbar.
Dein Signature Trail-Tipp?
Im Malcantone sind auch die offiziellen Biketouren top! Die «Tresa Bike» Runde (Nr. 353) baue ich jedes Mal sehr gerne mit ein!
Die Nachricht über diesen Trailreichtum beginnt sich zunehmend zu verbreiten. Und mit ihr die Kunde, dass vor Ort längst nicht mehr nur Kilo- und Höhenmeterfresser auf ihre Kosten kommen. Letzteres hat unter anderem mit dem Black Deer Project zu tun. Hinter dieser Begrifflichkeit versteckt sich eine lokale, und beständig wachsende Community von Gravity und Airtime liebenden Bikern, die sich wenig südlich von Arosio einen beeindruckenden Spielplatz gebaut haben. Deren erklärtes Motto: «We love our region. We take care of the trails. And we shred them all!»
Was vor einigen Jahren als Aktion weniger «Verrückter» im Graubereich der Legalität begann, geschieht inzwischen mit offiziellem Wohlwollen von Grundbesitz und Kommune. Und sicher ist hier auch einer der Gründe zu suchen, warum man vor Ort zunehmend in die Mountainbike-Infrastruktur investiert. «Letztes Jahr wurde ein Trail gebaut, der von der Alpe Monteggio bis runter ins Tal führt», erzählt Lukas. «Das ist fast schon eine Murmelbahn. Aber das meine ich positiv. Wo früher vielleicht die letzten zwei bis drei Prozent der Biker noch fahren konnten, haben jetzt viele Spass!» Wenn das mal nicht schlecht ist?
Die grüne Grenze
Für mich ist das Dolce-Vita-Biking pur!»
Simone Holzherr - in Short
Schon seit ich ein Kind bin. Mein Vater hatte immer ein Feriendomizil im Tessin – bis heute. Ich habe dort auch mit dem Mountainbiking angefangen!
Die Faszination? In einem Satz zusammengefasst?
Auf kniffligen Trails biken, während man überall anders noch nur Skifahren kann – und das alles mit Seeblick!
Die schönste Jahreszeit?
In der Nebensaison, wenn es schon oder noch warm ist. Von Basel aus bin ich in knapp drei Stunden hier.
Dein Signature Touren-Tipp?
Die Runde über den Monte Genoroso und Bisbino ist top, auch wegen der Ausblicke auf Lago di Como, Lago di Lugano und in die Poebene.
Dass sich bei einem häufig frequentierten Basecamp im Tessin mit den Jahren auch der Radius der Trailsuche erweitert, versteht sich von selbst. Was erklärt, warum sich Simones Ortskenntnis auch im Süden des Kantons kaum vor der mancher Locals verstecken muss. «Dieses Jahr bin ich über Weihnachten und Neujahr bei Biasca und Bellinzona meine ersten Trails gefahren», erzählt sie. «Aber das war schon eine kleine Ausnahme. Ganz früh oder recht spät im Jahr hat man auf den Trailspots im Süden schon mehr Spass!»
Gerne peilt Simone daher auch die Trails nördlich von Mendrisio an. Früh in der Saison sind noch die Vorberge das Ziel, später im Jahr darf es dann gerne auch mal ein etwas längerer Anstieg sein – etwa zum Monte Generoso. «Die Touren dort sind recht lang, aber nicht mega anspruchsvoll», erzählt Simone. «Aber das ist so eine Art Dolce-Vita-Biking, mit tollen Aussichtspunkten und schönen Einkehrmöglichkeiten.» Und, natürlich, einer ganzen Menge an versteckten und spassigen Trails, mit der sich manche Runde dort bestens würzen lässt. «Zuletzt war ich dort im letzten Spätherbst unterwegs», erzählt sie. «Die Trails waren bis zum Rand mit heruntergefallenem Laub gefüllt. Man hat kaum gesehen, wo man hinfuhr. Typisch Tessin eben. Und immer wieder unvergesslich!»
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