Die Milch macht's!
Weniger Luftdruck, mehr Komfort
Auch mit einem Tubeless-System ist man nicht zu 100 Prozent vor einem Plattfuss sicher. Kleinere Risse und Löcher und Risse in der Karkasse verschliesst die Dichtmilch im Reifen jedoch zuverlässig.
Es geht nicht nur um Pannensicherheit. Tubeless-Reifen können mit einem weit geringeren Luftdruck gefahren werden, was Kurvengrip, Traktion und Fahrkomfort verbessert.
Tubeless-Montage ohne Sauerei
Ein 29er-Reifen mit 2.3 Zoll Breite benötige etwa 80 Milliliter, ein 2.6er-Modell zwischen 90 und 100 Milliliter. Grubers Tipp: «Im Zweifel gilt: lieber etwas mehr.» Was oft unterschätzt wird: Dichtmilch hält nicht ewig, sondern muss regelmässig nachgefüllt, beziehungsweise ausgetauscht werden. «Nach fünf bis sechs Monaten ist die Dichtmilch etwa auf 5 bis 10 Milliliter verdunstet. Dann füllt man pro Reifen mittels Spritze übers Ventil wieder bis auf die erforderlichen 80 ml nach. Fertig!», sagt Gruber. Verdunstet die Milch im Sommer rascher, verkürzt sich das Intervall. All das ist jedoch kein dramatischer Mehraufwand, berücksichtigt man all die Reifenpannen, die einem das Tubeless-System in einer Saison erspart.
Gummiwurst & Schaumstoff
Mit Flickstreifen wie die Gummiwürste von Maxsalami lassen sich auch grössere Schäden und Löcher im Reifen relativ einfach abdichten. Loch finden, Wurst auffädeln, mit Nachdruck in den Reifen drücken.
Ist das Loch im Reifen abgedichtet, heisst es wieder pumpen. Die überstehende Gummiwurst kann man mit einem scharfen Messer kürzen (Vorsicht: nicht zu kurz abschneiden).
Puffer: Reifeninserts schützen gegen Durchschläge
Modelle, wie von den Herstellern Huck Norris, Pepi’s Tire Noodle oder Cush Core angeboten, schützen Felge und Reifenflanke. Die Einlagen gibt es in verschiedenen Ausführungen – vom flowigen Trail- bis zum harten Downhill-Einsatz. Jedoch ist die Montage dieser Schaumstoffschützer je nach Modell, Felgeninnenbreite und Reifen teils auch für geübte Schrauber mit etwas Aufwand verbunden. Doch dieser macht sich bezahlt. Mats Pfister von Cush-Core-Importeur Indian Summer verweist auf wertvolle Zusatzfunktionen des Durchschlagschutzes: «Der Seitenhalt der Karkasse und der Kurvengrip verbessern sich deutlich. Die Reifendämpfung arbeitet wesentlich besser. Man fährt ganz andere Linien und ermüdet langsamer.» Mehr Grip, mehr Dämpfung also – und vor allem weniger Defekte. Hört sich verrückt an, ist aber doch eigentlich «ganz dicht».
Tubeless-Montage mit Dichtmilch
1. Tubeless-Tape kleben
Damit es später dicht ist, muss das Tubless-Tape straff und unter Zug auf die Felge geklebt werden.
2. Ventil montieren
Experten-Tipp: Das Ventilloch im Tubeless-Tape mit einer Rundfeile glätten, dann reisst das Tape nicht ein.
3. Reifen aufziehen
Mit Seifenwasser oder Spüli gleitet der Pneu leichter ins Felgenbett.
4. Reifen aufpumpen
Egal ob mit Kompressor oder Luftpumpe: Der Reifen sitzt erst dann richtig, wenn er mit einem hörbaren Plopp-Geräusch in die Flege springt.
5. Milch rein und wieder pumpen
Je nach Reifengrösse braucht es 80 bis 100 ml Dichtmilch um den Reifen abzudichten. Um eine grössere Sauerei zu vermeiden, wird der Reifen mit einer Spritze direkt über das leere Tubeless-Ventil befüllt. Danach Ventilkern wieder aufschrauben und pumpen.
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