Volle Power beim Antrieb, viele Details und automatische Schaltfunktionen – das neue Trailbike der Schweizer Marke Bergstrom bietet jede Menge High-Tech. Doch führt das auch zu mehr Flow? Und wie macht sich der Bosch Performance CX Race Motor als eher komfortorientierter Allrounder in unserem E-Mountainbike-Test 2026. Auf den staubigen Trails in Finale Ligure konnten die BORN-Tester die Grenzen des Bikes ausloten und überprüfen, wie viel Flow im Bike schlummert.
Wie viel E-Power steckt im Bike von Bergstrom?
Bereits seit 10 Jahren baut die Schweizer E-Bike-Marke Bergstrom motorisierte Mountainbikes. Zum Jubiläum geben die E-MTB-Experten aus St. Gallen so richtig Gas. Das neue Dust 1.8 R Trailbike basiert auf einem Alu-Rahmen und ist mit dem Bosch PerformanceCX Race Motor ausgestattet. Mit einem maximalen Drehmoment von 100 Nm und 750 W Spitzenleistung gehört der Motor zur Oberklasse der Full-Power-Antriebe. Zudem garantiert ein stattlicher 800-Wh-Akku eine hohe Reichweite beim E-Bike.
Elektronische Schaltungen auf dem Vormarsch: So schlägt sich die Bosch eShift im Test
Komfort bietet der Schweizer Neuling im Portfolio von Bergstrom auch beim Schalten. Das Bike ist mit der Bosch eShift-Funktion ausgestattet. Das System koppeltden Motor mit dem XT Di2-Schaltwerk von Shimano. Die Schaltautomatik lässt sich auf Wunsch per Knopfdruck aktivieren. Im manuellen Modus wechselt man die Gänge des Bikes wie gewohnt mit dem Shimano-Schalthebel. Im Automatikmodus hingegen analysiert eShift kontinuierlich Trittfrequenz, Geschwindigkeit und Pedaldruck. Daraus berechnet das System die optimale Übersetzung. eShift schaltet entsprechend automatisch hoch oder runter, ohne dass ein Schalthebel betätigt werden muss. Die Ziel-Trittfrequenz lässt sich mit der eBike-Flow-App von Bosch auf dem Smartphone individuell festlegen. So kann die bevorzugte Trittfrequenz beibehalten werden. Beim Ausrollen und bei Stopps schaltet eShift automatisch in einen niedrigen Gang, in dem man wiederum entspannt anfahren kann. Gerade für weniger erfahrene Biker ist eShift eine praktische Hilfe. Routinierte und technisch versierte Fahrer bevorzugen gerade in technisch kniffligen Trail-Abschnitten meist den manuellen Schaltmodus.
Solide, funktionelle Ausstattung sowie eine selbst ent- wickelte Hinterbaukonstruktion zeichnen das Bergstrom Dust 1.8 R aus.
Der Bosch Performance CX Race Motor bietet einen brachialen Vor- trieb, erfordert aber auch etwas Er- fahrung in engen Kurven.
Das Bergstrom Dust 1.8 R auf dem Trail
Im Gelände zeigt das E-Fully seinen vielseitigen Charakter: Zwischen kraftvollem Vortrieb und komfortorientierter Abstimmung trifft moderne E-MTB-Technologie auf ein Fahrwerk, das vor allem auf flowigen Strecken seine Stärken ausspielt. Während der potente Bosch Performance CX Race Antrieb für beeindruckenden Schub sorgt, entscheidet letztlich das Zusammenspiel aus Geometrie, Federung und Handling darüber, wie souverän sich das Bike im E-MTB-Test in unterschiedlichen Trail-Szenarien behauptet.
So schlägt sich das Schweizer E-Bike bergauf
Uphill ist das Dust 1.8 R eine Macht. Allein schon wegen der schieren Power des Bosch Performance CX Race Antriebs lassen sich steile Schlüsselstellen mit dem Modell von Bergstrom gut meistern, auch wenn das Bike nicht immer ganz ruhig liegt. «Der Schub ist imponierend», fasst BORN-Tester Luis zusammen.
Wie viele Reserven bietet das Fahrwerk?
Laut Hersteller ist das Bergstrom Dust 1.8 R für «Trails jenseits des Flows ausgelegt.» Für solche Strecken bietet das Fahrwerk des Bikes mit 150 Millimeter Federweg und DT Swiss F535 One Gabel und Rock Shox DLX Select+ XL Dämpfer den nötigen Support. Etwas Geduld hingegen erfordert das Setup der Federgabel. Die Ventilabdeckung ist aufgeschraubt. Um sie zu lösen, ist ein Minitool nötig. Bei radikalen Enduro-Ritten ist den Testern beim E-Bike-Test aufgefallen, dass sich das Bike etwas schwammig zeigt. Die Körperposition liegt relativ weit über dem Vorderrad. Die Gabel wirkt etwas weich. Anders sieht es auf Singletrails mit viel Flow aus. Hier lässt sich das Bike spielerisch von einer Kurve in die nächste legen. Um aus den Anliegern heraus satt zu beschleunigen, ist der Bosch Race Antrieb beim Bergstrom genau richtig und liefert genügend Support.
Das Bergstrom Dust als kraftsparender Tourer
Auch der Rest der Ausstattung des Bergstrom Dust funktioniert gut. Die Shimano SLX Bremsen zählen zwar nicht zu den High-End-Parts, doch sie verzögern zuverlässig. Die DT Swiss H1900 Laufräder in 29 Zoll sind stabil und haben sich vielfach bewährt. Die Porcupine-Reifen von Onza vereinen niedrigen Rollwiderstand mit gutem Grip. Bergauf bieten sie eine verlässliche Traktion auf fast jedem Untergrund.
Ins Auge sticht beim E-Bike der 50 Millimeter lange Vorbau. Ein kürzeres Modell würde möglicherweise die Bergab-Performance auf knackigen Enduro-Trails verbessern. Das Gesamtkonzept mit Power-Antrieb und eher zahmem Fahrwerk wirkt nicht ganz stimmig. Unterm Strich ist das Bergstrom Dust jedoch ein zuverlässiges Bike für längere Tagestouren und Fahrer, die bergauf viel Kraft sparen und auf flowigen Abschnitten auch mal richtig Gas geben wollen.
Welchen Platz belegt das Bergstrom Dust 1.8 R im Testfeld unter den E-Mountainbikes?
Unterm Strich präsentiert sich das Bergstrom Dust 1.8 R als kraftvolles und komfortables Bike, das vor allem auf flowigen Trails und langen Touren überzeugt. Der Bosch Performance CX Race Antrieb liefert beeindruckenden Schub und macht das E-Mountainbike bergauf zu einer echten Waffe, während Features wie die automatische eShift-Schaltung zusätzlichen Komfort bieten.
Tester Gregor Arndt bringt es treffend auf den Punkt: «Das Bergstrom Dust 1.8 R wirkt auf den ersten Blick recht massiv, liegt aber gewichtsmässig mit 23,5 Kilogramm im guten Durchschnitt für Bikes mit Full-Power-Antrieb und ordentlich Federweg. Auf steilen und rauen Trails schiebt das Bike etwas nach vorne über den Lenker. Das Fahrwerk könnte da mehr Unterstützung bieten. Sehr vielseitig und agil zeigt sich das Bike dagegen auf flowigeren Trails. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob man für diesen Einsatzbereich einen Race-Antrieb benötigt.»
Damit wird klar: Seine Stärken spielt das Bergstrom Dust 1.8 R besonders dort aus, wo Flow, Effizienz und Fahrspaß auf dem Trail im Vordergrund stehen. In sehr ruppigem, technisch anspruchsvollem Gelände stößt das eher komfortorientierte Fahrwerk des Bikes hingegen an Grenzen. Wer genau dafür ein E-Bike sucht, findet mit dem Merida eOne-Eighty 900 eine deutlich abfahrtslastigere Alternative.
Optisch edel wirkt die DT Swiss F535 One Gabel mit 150 Millimeter Federweg. Fürs Setup muss die Ventilabdeckung mit einem Minitool entfernt werden.
Die Shimano XT Di2 Schaltung ist mit dem Bosch eShift-System gekoppelt. Mit einem Schalter am Lenker lässt sich auf Wunsch eine automatische Schaltfunktion aktivieren.
Vorteile
- Sehr starke Power und hohe Reichweite
- Komfortables automatisches Schalten (eShift)
- Agil und verspielt auf flowigen Trails
- Kraftsparend bergauf, ideal für längere Touren
Nachteile
- Bike liegt bei voller Power teils unruhig
- Fahrwerk vom Bergstrom Dust etwas weich auf extremen Trails
- Lange Geometrie/Vorbau verschlechtert Bergab-Handling
- Bremsen nicht High-End
«Das Bergstrom Dust 1.8 R wirkt auf den ersten Blick recht massiv, liegt mit 23,5 Kilogramm aber im guten Durchschnitt für Bikes mit Full-Power-Antrieb und viel Federweg. Auf steilen und rauen Trails schiebt das Bike etwas nach vorne über den Lenker, hier könnte das Fahrwerk mehr Unterstützung bieten. Sehr vielseitig und agil zeigt es sich dagegen auf flowigen Trails. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob man für diesen Einsatzbereich unbedingt einen Race-Antrieb benötigt.»
Gregor Arndt
| Preis | 7299 CHF |
| Grössen | S, M, L |
| Material | Aluminium |
| Motor | Bosch Performance Line CX-R (BDU38) |
| Akku | Bosch PowerTube 800 Wh |
| Federgabel | DT Swiss F535 One |
| Dämpfer | RockShox Deluxe Select+ XL, 185 x 55 mm |
| Schaltung | Shimano XT Di2 RD-M8200-SGS, 12-fach |
| Schalthebel | Shimano SW-EN605 Di2 |
| Kurbel | Miranda Omega, 165 mm |
| Bremsen | Shimano SLX BR-M7120, 4-Kolben |
| Laufräder | DT Swiss H1900 Spline 29 |
| Reifen | Onza Porcupine Skinwall, 29 x 2.6 |
| Lenker | Satori Horizon, 780 mm |
| Vorbau | FSA NS ICR, 50 mm |
| Stütze | KS LEV-Si, 125 mm |
| Sattel | Ergon SM10 |
| Website | bergstrom.bike |
(Grösse L)
| 1 Lenkwinkel | 64° |
| 2 Sitzwinkel | 75° |
| 3 Kettenstrebe | 462 mm |
| 4 Radstand | 1256 mm |
| 5 Tretlager Höhe | 347 mm |
| 6 Sitzstrebe | 440mm |
| 7 Oberrohr (horiz.) | 621 mm |
| 8 Steuerrohr | 110mm |
| 9 Reach | 452mm |
| 10 Stack | 630 mm |
| Federweg vorn | 150 mm |
| Federweg hinten | 150 mm |
| Gewicht | 23, 5 kg |