Summits of Cycling

Biken zwischen Disentis Sedrun und Andermatt

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Datum: 10.09.2026

Mit der neuen Dachmarke «Summits of Cycling» wollen die verantwortlichen Tourismusmanager die Region Disentis Sedrun und Andermatt in die Topliga der besten Velo-Destinationen der Alpen katapultieren. Beiderseits des Oberalppasses gibt es ehrgeizige Projekte, die Rennvelo-Sportler, Mountainbiker und Gravelbiker gleichermassen glücklich machen.

Das ist doch der Gipfel!

Mit der neuen Dachmarke «Summits of Cycling» wollen die verantwortlichen Tourismusmanager die Region Disentis Sedrun und Andermatt in die Topliga der besten Velo-Destinationen der Alpen katapultieren. Beiderseits des Oberalppasses gibt es ehrgeizige Projekte, die Rennvelo-Sportler, Mountainbiker und Gravelbiker gleichermassen glücklich machen. Im Prinzip ist es ganz einfach: «Wir wollen deutlich machen, dass uns als Destination das Thema Velofahren in allen seinen Facetten und Ausprägungen extrem wichtig ist», bringt es Priska Müller von Tourismus Disentis Sedrun auf den Punkt. Und das geht natürlich am einfachsten und besten, wenn man über die Kantonsgrenzen hinweg eng zusammenarbeitet. Nach der Verbindung der beiden Skigebiete auf beiden Seiten des Oberalppasses war es nur ein logischer Schritt, die Kooperation beim Thema Velofahren ebenfalls auszubauen und zu vertiefen. Damit das auch alle mitbekommen, hat das Projekt einen neuen, eigenen Namen samt Logo und Web-Auftritt erhalten: «Summits of Cycling». Das klingt ambitioniert. Die Botschaft lautet: Oben ist, wo wir sind. Und genauso ist es auch gemeint. Ziel ist es, mittelfristig in die Topliga der Radsport-Reviere aufzusteigen – alpenweit, wohlgemerkt. Im Gegensatz zu anderen Destinationen, wie etwa dem Bike Kingdom (Arosa, Lenzerheide), wollen sich die Macher dabei nicht nur auf Mountainbiker fokussieren, sondern Radsportler jeglicher Couleur ansprechen. Auch das ist logisch, denn die Andermatter hatten sich bereits in der Vergangenheit als feine Adresse für Rennvelo- und Gravel-Fans empfohlen. In der Surselva wiederum liegt der Fokus auf dem Ausbau der Infrastruktur für Bergradler. Der Bau des Catrina-Flow-Trails setzte diesbezüglich bereits ein Ausrufezeichen.

Summits of Cycling
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© Morris Schmid

Mountainbikebegeisterte kommen vor allem – aber nicht nur – auf der Surselva-Seite auf ihre Kosten.

Momente für die Ewigkeit

Diese Aufgabenteilung ist durchaus sinnvoll. Andermatt liegt im Herzen der Schweiz. Von hier aus lassen sich Pässe in alle vier Himmelsrichtungen fahren: Gotthard, Oberalp, Furka, Grimsel, Nufenen, Susten, Lukmanier – bei diesen Namen beginnen die Augen von Rennvelo-Fans zu strahlen. Zudem gibt es mit dem «Swiss Cycling Alpenbrevet» einen dazu passenden Marathon für Radsportbegeisterte aller Klassen mit Andermatt als Start- und Zielpunkt. Er findet dieses Jahr am 5. September statt. Die längste Strecke führt über fünf Pässe und kommt auf rund 270 Kilometer und 7000 Höhenmeter. «Es sind Momente, die man nicht kaufen kann», schwärmt Miriam Eicher von Andermatt-Urserntal Tourismus: «Die tiefe Zufriedenheit bei der Ankunft am Pass nach einer schweisstreibenden Auffahrt mit dem Rennvelo, das Abklatschen mit den Kollegen, der erste kühle Schluck.»

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© Morris Schmid

Graveln ist total angesagt: Am Oberalppass gibt es viele bestens dafür geeignete Schotterwege.

Im Trend: Gravelbiken

Die einen begeistern sich für den Sound schmaler Reifen in geteerten Haarnadelkurven. Andere wollen das Knirschen der Kieselsteine unter den Reifen ihrer Gravelbikes hören, suchen das Abenteuer jenseits asphaltierter Strassen. Sie fasziniert die Tatsache, dass man mit dem Gravelbike nicht in einer Sackgasse landet, wenn der Asphalt-Belag einmal überraschend endet. Auch diese Fraktion kommt auf beiden Seiten des Oberalppasses auf ihre Kosten. Und mit dem «Octopus Gravel», das ebenfalls immer in der zweiten Junihälfte in Andermatt steigt, gibt es sogar ein spannendes Event für die Schotterweg-Fans. «Stell dir das Event-Gelände als den Kopf und den Körper des Oktopus vor, die Anstiege als die Arme», erklärt Eicher. «Alle acht Arme sind Sackgassen-Anstiege. Sie führen zurück zum Event-Gelände, wo du etwas essen und trinken, gute Musik hören und die Event-Expo besuchen kannst, bevor du das nächste Segment in Angriff nimmst.» Die Teilnehmenden entscheiden selbst, wie viel sie fahren möchten. Die Ehrgeizigen werden herausfinden wollen, wie viele der acht Uphills sie an einem Tag bewältigen können. Für jeden Anstieg gibt es einen Stempel. Die maximale Fahrstrecke beträgt 155 Kilometer mit 4450 Höhenmetern. «Octopus Gravel» bietet sogar drei Anstiege mit Zeitnahme. Die Abschnitte sind zwischen vier und sechs Kilometer lang und das Gesamtergebnis zählt für die «Gravel Earth Series». Es gibt eine Frauen- und eine Männerkategorie, die Schnellsten erhalten Preise. «Die Region um Andermatt bietet ideale Bedingungen für Gravel-Enthusiasten und Liebhaber alpiner Landschaften», schwärmt Janosch Wintermantel, Gründer und Organisator von Octopus Gravel: «Schön, dass das grösste und bekannteste Gravel-Event der Alpen hier seine Heimat gefunden hat. Denn wo der Asphalt aufhört, beginnt das Abenteuer.» Das gilt übrigens auch für die Surselva-Seite. Hier gibt es ebenfalls zahlreiche Optionen für die Gravel-Fraktion: auf Wald- und Forstwegen, auf vergessenen Militärpfaden, von genüsslich bis sportlich, aber immer ohne Autoverkehr

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© Morris Schmid

Auf der Andermatter Seite wird die Rennvelo-Fraktion bei spektakulären Pass-Anstiegen glücklich.

Trainingsrevier der Profis

Wer in der Zwei-Kantone-Velo-Region an einem sonnigen Sommertag unterwegs ist, versteht schnell, welches riesige Potenzial sich dort auch beim Thema Mountainbiken heben lässt. «Summits of Cycling» bietet alles, was die Herzen von MTB-Fans höher schlagen lässt: technische Bergstrecken, flowige Singletrails und entspannte Genussrunden. «Wann immer ich in Disentis und Sedrun unterwegs bin, spüre ich, warum ich das Biken liebe», schwärmt Ex-Profi Ralph Näf, und Profi-Bikerin Alessandra Keller ergänzt: «Für mich ist Disentis das perfekte Trainingsgebiet – mit dem Rennvelo geht es über die berühmten Alpenpässe, mit dem MTB auf das ständig wachsende Trailnetz.» Dieses Netz soll weiter wachsen. Trailbau-Camps, die es auch im Sommer 2026 wieder gibt (siehe BORN 1-2026), leisten hier wichtige Unterstützung. Belohnt werden die Teilnehmenden mit dem guten Gefühl, gemeinsam etwas geschafft zu haben. Und natürlich mit dem Kribbeln im Bauch beim Anlegen der Protektoren vor einer technisch anspruchsvollen Abfahrt. Da ist der Blick auf die ersten Kurven und Absätze, auf die Ausgesetztheit des Trails. Dann die erste Pause. Wärmende Sonnenstrahlen. Der Duft von Bergwiesen, frisch gemähtes Heu. Das Bimmeln der Kuhglocken. Mit dem MTB die Bergwelt zu erobern – das ist pure Energie, echte Emotion, gemeinsames Herzklopfen. Die Graubünden-Seite von «Summits of Cycling» mit Disentis Sedrun stellt dafür die passende Infrastruktur bereit. Die Tourismusmanager wissen, dass es nicht genügt, «nur» Trails zu bauen. Mountainbiker brauchen Werkzeug, Mietgeschäfte, Steckdosen zum Laden von E-Bikes, abschliessbare Keller, Waschstellen, Bike-Karten für die 300 Kilometer an ausgeschilderten Routen der Region, vor allem aber ein Dach über dem Kopf. Auf der Summits-Website findet man deshalb mit wenigen Klicks Bike-freundliche Unterkünfte, wie das Catrina Resort an der Talstation. Es bietet vier Übernachtungsoptionen für jedes Portemonnaie (Apartments, Hotel, Lodge, Hostel), elf Restaurants, Shopping und zwei Sportgeschäfte, alles in unmittelbarer Nähe.

Steilkurven und Sprünge

Das Beste dabei: Der Pump-Track befindet sich auf dem Dach des Parkhauses, der Skills Park liegt direkt vor der Haustür des Resorts. Er bietet vier Routen mit verschiedenen Niveaus an (Expert, Advanced, Easy und Uphill), Drops, Steilkurven, Sprünge, Wellen und sogar eine Spirale unter der Brücke. Der Skills Park ist somit die perfekte Spielwiese für alle, die ihr technisches Niveau verbessern möchten. Eines ist garantiert: Wer den Skills Park einmal getestet hat, will nicht mehr damit aufhören, nach dem Motto: ride, relax, repeat. Irgendwann werden jedoch auch die Beine der zähesten Helden müde. Und dann heisst es: ab in die Sauna oder den Pool des Resorts. In der kantonsübergreifenden Sommer-Destination «Summits of Cycling» haben die Touristiker verstanden, dass der Velosport heutzutage enorm facettenreich ist. Die Freiheit auf zwei Rädern ist schier grenzenlos, egal, ob mit Rennrad, Gravelbike oder Mountainbike. Mit Strom oder ohne Strom. Mit Flow oder Fokus. Mit Adrenalin-Kick oder dem Nickerchen auf der blühenden Alpwiese.

Text: Günter Kast
Fotos: Morris Schmid

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