Keine Stunde später lehnen unsere Bikes an einer Steinmauer und wir betreten durch ein unauffälliges Holzportal einen der heiligsten Orte der Christenheit, die Höhle der Apokalypse. Normalerweise stauen sich hier die griechisch-orthodoxen Gläubigen, doch wir sind fast allein. In dieser Felsgrotte soll Johannes der Evangelist im Alter von gesunden 100 Jahren seine Offenbarung verfasst haben, bis ein göttliches Erdbeben die Höhle in drei Teile spaltete. Der süsslich-würzige Duft von Weihrauch liegt in der Luft. An den Wänden hängen mit viel Gold verzierte Ikonen. Ein Mönch, ganz in Schwarz und mit langem Bart, führt zwei Gläubige durch die kleine Kirche, die um die Höhle gebaut wurde. Und ja, an diesem Ort spürt man eine gewisse Energie. Dafür muss man noch nicht einmal besonders gläubig sein. Zehn Mountainbiker, normalerweise nie um einen lockeren Spruch verlegen, sitzen schweigend auf den niedrigen Holzbänken und hängen ihren Gedanken nach.
Highlight abseits der Massen
Unser erster Stopp, die Vulkaninsel Nisyros, liegt knapp vier Stunden südlich von Kos. Vom kleinen Fischerhafen schlängelt sich ein Strässchen bergauf, vorbei an Olivenhainen und duftenden Oleanderbüschen. Hallo Frühling! Wir treten motiviert in die Pedale. Humane 500 Höhenmeter sind es bis zur Kapelle des Propheten Elias, von der man auf der einen Seite in den steil abfallenden Vulkankrater und ansonsten weit über das Meer bis zum türkischen Festland blicken kann. «Wahnsinn. Kaum zu glauben, dass wir tatsächlich hier sind», entfährt es Jan, während er gedankenverloren aufs Meer hinausblickt. Die erste Abfahrt rüttelt uns im wahrsten Wortsinn wach. Eine verblockte Felstreppe führt in das Bergdorf Nikia, das sich an den schroffen Rand des Vulkankraters klammert – ein unrhythmisches Warm-up für Geist und Fahrwerk. Ein lauter Knall durschneidet die Luft und lässt uns zusammenzucken. Der Vulkan? Giorgos und Nikolas grinsen breit. «Keine Sorge, der soll nur die Vögel vertreiben», meint Nikolas. In der erloschenen Caldera des Vulkans habe ein Bauer eine kleine Plantage, und die Vögel hätten es auf die Früchte abgesehen.
Hinab in den Vulkan
Katamaran im Wind
Jammas am Rande Europas
Info: Bike'n'Boad Dodekanes
Insel Highlights
Leros: Restaurant Mylos, direkt am Meer, ursprüngliche und leckere griechische Küche. Und mit den Locals die Trails erkunden
Kos: Abstecher in die historische Altstadt mit zig griechischen Tavernen. Nach der Biketour lädt man die Energiespeicher im Strassencafé Vouros auf.
Nisyros: Abstecher in den Vulkankrater. Sundowner in Mandraki am Meer unter der historischen Festung und anschliessend greichisches Seafood im Geusea direkt am Wasser.
Alle Infos zu Griechenland:visitgreece.gr
Mountainbiken in der Ägäis:aegeantrails.com
Dodekanes als geführte Tour
Alle Infos zum Trip unter: outlineadventures.com
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