Pius Disler
Das war vor etwa 40 Jahren. In den 80er Jahren haben wir in Maui, Hawaii sogenannte Hard-Hard Bikes gemietet, da war Federung noch ein Fremdwort. Auf dem Vulkan Haleakalā habe ich meine ersten Erfahrungen auf dem Bike gemacht. Mich hat das gepackt und 1990 habe ich dann an der ETH die Bikeausbildung aufgebaut. Ich bin daher also tatsächlich einer der ersten Stunde.
Dein Weg führte als Guide-Ausbildner zu der Reiseagentur Twerenbold, wie kam das?
Per Zufall. Ich habe mich letztes Jahr in die 30-jährigen Ferien verabschiedet, aber das war wohl nichts. Mit Twerenbold bin ich bin auf eine Firma gestossen, welche diese Sache der E-Bikereisen sehr ernst nimmt und wo Geld in Qualität investiert wird. Bis ein Guide mit den Gästen unterwegs ist, gibt es eine riesige Vorgeschichte. Nach einem Vorspotting machen die Guides eine Rekognoszierungswoche, bei der jeder Meter abgefahren wird, der dann zu einer Tour gehört. Erst dann kommt die Destination als Ferienort für Gäste in Frage. Mich hat fasziniert, dass diese Vorinvestitionen in Sicherheit und Qualität getätigt werden.
Twerenbold Reisen
Je nach Ort werden Touren für verschiedene Leistungsstufen angeboten. Einsteiger / Aufsteiger / Fortgeschrittene und Könner sollen ein «Gesamtpaket erhalten, welches niemanden über- oder unterfordert. Da wir immer mit den E-Bikes unterwegs sind, fallen grosse konditionelle Unterschiede weg und wir haben viel homogenere Gruppen.»
An den Technikkursen, welche in Davos, dem Tessin oder dem Swiss Bike Park angeboten werden, wird spezifisch an der E-Bike Fahrweise gefeilt. Geleitet werden diese von Swiss-Cycling Guides, welche dabei helfen, technische Finessen auszuarbeiten.
Jedes Jahr gibt es zwei Zusammenzüge der Guides. In 2-3 Ausbildungstagen ist das Ziel, alle auf ein gutes methodisch didaktisches Niveau zu bringen. Den Gästen soll etwas mitgeben werden, sie sollen gut geguidet werden und auch technisch ein kleines Brush-Up erhalten. Es wird angeschaut, wie man von der technischen Seite mit den Gästen arbeitet, wie Gruppendynamiken aufgenommen werden und was es sonst für Aufgaben als Guide zu beachten gibt. Unser 18-köpfiges Team ist inzwischen ziemlich eingespielt.
Welche Sicherheitsaspekte vermittelt ihr?
Wir fangen jeweils bei der Aufgabenstellung an. Was können die Gäste fahren, wo ist das Limit? Welche technische Kompetenz können wir erwarten? Wir fragen uns, was der Gruppe zugemutet werden kann und wo eine Stelle genauer angeschaut werden muss. Dort wird gestoppt, analysiert und sich gegenseitig geholfen. Helfen können auch Videoaufnahmen als Feedback.
Weiterer Punkt ist das Bike. Vom Sitz über die Bremsen bis zum Lenker schauen wir, dass bei den Gästen alles so eingestellt wird, wie es sein soll. Am ersten Reisetag gibt es jeweils einen Bikecheck.
Vor der Abfahrt gibt es jeden Morgen ein Einfahren, bei welchem die Themen vorausgenommen werden, welche an dem Tag irgendwo auf den Trails Thema werden können. Meistens hat es 2-3 Stellen, welche wir auf dem Parkplatz simulieren. Kommt die Gruppe an die Stelle, sind die Gäste bereits vorbereitet.
Nein, wenn ich selbst Bike dann findet man mich mit dem Bio-Bike. Ich bin jetzt wegen Twerenbold auf das E-Bike umgestiegen. Da ich bei Scott unter Vertrag bin, fahre ich ein Light Assist Bike, das Lumen SL. So kann ich beim Guiden noch etwas mehr Muskelkraft investieren und schätze das leichte Bike mit etwas weniger Watt. Mit dem Bio-Bike hätte ich mit den Gästen keine Chance, das haben schon einige von uns versucht, bisher waren alle erfolglos.
Welches ist dein Reisehighlight?
Da muss ich nicht lange überlegen, ganz klar Lubéron. Die Region hat ein riesiges Potential. Wir sind noch etwas früh dran, aber in der Bikeszene hat sie inzwischen einen sehr guten Namen. Es ist aber auch die technisch anspruchsvollste Region, welche wir im Moment anbieten.
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