Darco Cazin: Von Trail-Visionen und der Poesie des Bikens

«Zeit ist die Bühne, die dich ruft, deine Rolle zu entdecken.»

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Datum: 17.08.2026

Kaum einer hat professionellen Trail-Bau und Mountainbike-Tourismus so geprägt wie der Bündner DARCO CAZIN. Führende Bike-Destinationen weltweit tragen seine Handschrift. Heute betreut er ausgewählte Bike-Projekte – und schreibt Gedichte. Ein Gespräch über die Zukunft und die Seele des Bikens. Und darüber, was wirklich zählt im Leben.

Der Mann hat ein Talent, sich zu verstecken. Schon bei meinem ersten Besuch bei Harald Philipp wähnte ich mich am Ende der Welt. Der Weg zum dem entlegenen ligurischen Weiler, in dem Harald lebt, führte tiefer und tiefer in ein Tal hinein. Der Treffpunkt heute ist ein anderer. Trotzdem kommt es mir vor wie ein Déjà-vu. Unzählige Kehren mäandern durch den Laubwald, der sich an steile Berghänge klammert. Ein unscheinbarer Holzwegweiser führt auf eine ausgewaschene Schotterpiste. Sie führt zum Rifugio Pian dell’Arma. Die Berghütte liegt inmitten welliger Bergkämme, überwuchert von mediterraner Macchia. Die felsigen Gipfel wirken wie Gischt auf den Wellenkämmen. Dahinter glitzert blau das Mittelmeer. So ruhig die Landschaft hier oben ist, so ungestüm begrüsst mich Haralds Hirtenhund Momo. Erst als der blonde Schopf seines Herrchens im Hintergrund auftaucht und ein energisches «Aus!» ertönt, lässt Momo davon ab, mich mit seiner Schnauze zu küssen. Noch ein Espresso, dann sitzen Harald und ich auch schon im Sattel. Unser Entdecker-Trip beginnt. In engen, steilen Serpentinen schraubt sich ein Trail durch den Wald hinauf zu offenen, sanften Hängen mit Meerblick. Ist Harald ein Stück voraus, hetzt Momo immer wieder zurück zu mir. Er hält uns zusammen wie eine Herde Schafe. 

Darco Cazin: Von Trail-Visionen und der Poesie des Bikens
Darco Cazin: Von Trail-Visionen und der Poesie des Bikens
Darco Cazin: Von Trail-Visionen und der Poesie des Bikens
© Christian Penning

Darco Cazin, Jahrgang 1977, ist Gründer von Allegra mit Sitz in Pontresina. Das Unternehmen hat über 300 Bike-Infrastrukturprojekte in mehr als einem Dutzend Ländern realisiert. Seit 2017 hat Cazin die operative Geschäftsführung abgegeben. Seit 2021 betreut er ausgewählte Trail-Projekte und kümmert sich vorrangig um seine Familie. Gerade ist er mit seinen Kindern von einer Interrail-Reise durch Europa zurückgekehrt. Ich treffe Darco in der hellen Lobby des Sunstar Hotels in Pontresina. Eine Lounge mit chilligen Sofas und Sesseln. Darco zieht sich hier gerne mal an einen der Work Spaces zum Arbeiten zurück.

MEINE GLÜCKSMOMENTE

Essen, Bewegung in der Natur, Stille, Verbindung mit meinen Kindern, Begegnungen mit Menschen, kochen, singen und tanzen in unserer Küche, Bücher lesen

WÜRDE ICH HEUTE NICHT MEHR MACHEN 

So viele Rucksack-Reviews auf YouTube schauen

ZULETZT GELESENES BUCH

«Braiding Sweetgrass» und «Unten im Tal» von Paolo Cognetti (mein Lieblingsbuch)

MEIN KRAFTORT

Unser Familienhaus

MEIN LIEBLINGS-TRAIL

Ich lebe in Graubünden und bin umgeben von vielen Lieblings-Trails.

MOUNTAINBIKE ODER GRAVEL?

Mountainbike

ZU FUSS ODER PER BIKE?

Lieber per Bike, öfters zu Fuss

Interview mit Darco Cazin

Dein Job als Destinationsentwickler für Bike-Regionen hat dich in den vergangenen zwei Jahrzehnten zum weltweit agierenden Manager gemacht: Graubünden, Tirol, Südtirol, Finnland, Japan, … Jetzt reist du mit deinen Kids in den Ferien mit einem Interrail-Pass durch Europa. Ein krasser Shift in deinen Aufgaben.

Stimmt. Das kam nicht von heute auf morgen. Allegra hat sich in den letzten 20 Jahren enorm entwickelt – genau wie die Bike-Regionen. Am Anfang war da nur eine vage Idee in meinem Kopf. Der Gedanke, dass Mountainbiken viel mehr ist als nur eine Ausdauersportart, etwas sehr Spielerisches. Meine Mutter hatte sich damals ihren Lebenstraum verwirklicht und ein Hotel im Val Müstair übernommen. Bald wurde daraus eines der ersten Bike-Hotels. Mir dämmerte: Viele Tourismusregionen verstehen noch nicht, welches Potenzial da schlummert.

Noch als Student der Wirtschaftswissenschaften hast du das Unternehmen Allegra Tourismus gegründet. Allegra kümmert sich heute um Entwicklung, Planung, Bau und Know-how-Transfer – also um so ziemlich alles, was für erfolgreiche Bike-Destinationen entscheidend ist. Mittlerweile stehen mehr als 300 Trail-Projekte weltweit in den Büchern von Allegra. Wie fällt deine persönliche Bilanz aus?

Meine Arbeit mit Bike-Regionen hat mir die Tür zu vielen Regionen geöffnet. Angefangen hat es mit einem halben Freeride-Trail in Livigno – und es führte mich bis nach Japan. Ich habe die Alpen und ihre touristischen Strukturen in einer Tiefe kennengelernt, wie sie sonst kaum möglich gewesen wäre. Was bleibt, sind vor allem die Menschen, mit denen ich arbeiten durfte. Wir haben Berufsbilder geschaffen, die es zuvor noch nicht gab. Das zu sehen, erfüllt mich. Und dann sind da natürlich die Hoteliers in Wintersportgebieten, deren Augen plötzlich leuchten, weil sich auch im Sommer die Betten füllen. Die Kinder in diesen Orten, die jeden Tag raus wollen, rauf auf die Trails. Mir kamen da bisweilen Freudentränen.

Darco Cazin: Von Trail-Visionen und der Poesie des Bikens
Darco Cazin: Von Trail-Visionen und der Poesie des Bikens
Darco Cazin: Von Trail-Visionen und der Poesie des Bikens
© Christian Penning

Wieder mehr Zeit für Momente in der Natur: Darco Carzin auf seinen Hometrails im Oberengadin.

Wo steht die MTB-Infrastruktur in der Schweiz heute? Gibt es genügend Trails? Braucht es noch mehr?

Touristisch ist die Schweiz gut aufgestellt, was Biken betrifft. Aber die qualitative Entwicklung ist noch nicht fertig. Oft fehlen noch Verbindungsstücke im Wegenetz. Wo die Entwicklung gerade erst beginnt: in den Ballungszentren um die Städte. Der Kanton Zürich hat vergangenes Jahr ein Konzept für die nächsten 15 Jahre vorgestellt – mit 17 Fokusräumen, in jedem ein Trail-Center, Routen, Skills-Parks. Das ist gewaltig. Mir ist in dieser Dimension nichts Vergleichbares bekannt.

Trail-Bau bedeutet immer einen Eingriff: in die Natur, in ein bestehendes Wegenetz ... Was wiegt schwerer – der Eingriff oder der Nutzen?

Kurzfristig ist es eine Verletzung des Bestehenden. Über zehn Jahre betrachtet, ändert sich das. Dann ist es meist ein Eingriff, der dazu führt, dass sich Tausende Menschen gut fühlen. So richtig bewusst wurde mir das bei der Arbeit mit japanischen Trail-Bauern. Sie wollen nicht nur für den nächsten Gast etwas schaffen. Sie wollen etwas kreieren, was über sie selbst hinausgeht. Sozusagen ein Stück Kultur.

Was macht nachhaltigen Trail-Bau über ökologische Aspekte hinaus?

Für mich gehört dazu, den Charakter des Ortes, des Gebiets zu berücksichtigen. Was im Engadin funktioniert, funktioniert in den Dolomiten nicht genau gleich – vielleicht gar nicht. Das fängt technisch beim Trail-Bau an und reicht von Parcours und Trainingsangeboten für Kids bis zu Angeboten für die Babyboomer, die sich heute nicht mehr am Dorfplatz treffen, sondern mit dem E-Bike auf einer Alp. Das Ganze hat also seine zutiefst menschliche Qualität.

Ist es leichter geworden, Trails genehmigt zu bekommen?

Nicht leichter, aber die Prozesse sind professioneller. Heute gibt es vielerorts klare Verfahren, Konzepte, Zuständigkeiten. In der Schweiz zwingt der Bundesbeschluss Velo die Kantone, sich auch mit Mountainbike-Fragen zu beschäftigen. Gleichzeitig sind Mountainbiker politisch noch immer nicht gut genug organisiert. Doch wer etwas will, braucht kantonale und nationale Interessengemeinschaften, professionelle Ansprechpartner, Lobbyarbeit. Sonst entscheiden andere über den Sport.

Darco guckt auf die Uhr. Es ist Mittag. Er muss nach Hause: Essen kochen. In einer Dreiviertelstunde kommen seine Kinder von der Schule. Vorbei an Hasenstall und Fahrradgarage geht es in die Wohnküche eines historischen Engadiner Hauses im Ortszentrum von Pontresina. Darco schiebt Bratkartoffel in den Ofen, schnippelt Karotten und Gurken.

Darco Cazin: Von Trail-Visionen und der Poesie des Bikens
Darco Cazin: Von Trail-Visionen und der Poesie des Bikens
Darco Cazin: Von Trail-Visionen und der Poesie des Bikens
© Christian Penning

Die Trail-Infrastruktur im Engadin hat Darco Cazin mit seiner Firma Allegra und dem Mountainbike-Masterplan massgeblich mitgeprägt.

Wie kam es zu dem Wechsel vom Tourismus- zum Familienmanager?

Da war ein innerliches Bedürfnis, ein Wunsch, der mit der Zeit stärker war, als ich mir anfangs eingestehen wollte. Und dann kam da ein Kick von aussen: Meine Frau Nora wurde Gemeindepräsidentin, machte den Schritt ins Kantonsparlament. Wir beschlossen: Wir drehen die Rollen.

Viele Manager können vom Business kaum loslassen. Wie hast du es geschafft?

Nicht von heute auf morgen. Ich war eine Mountainbike-Persona, ein Unternehmer. Irgendwann fragte ich mich: Was passiert, wenn ich das loslasse? Was bleibt? Und da war die Einsicht, dass ich zum Nadelöhr werden kann. Die jüngere Generation bei Allegra hat andere Perspektiven, einen anderen Hunger. Meine Überlegung war: Wenn ich bleibe wie früher, stehe ich im Weg.

Wie schwer war der Rollentausch?

Am Anfang lief das wunderbar – weniger Arbeit, Zeit für Gedanken ohne Ziel. Das hatte ich seit dem Studium nicht mehr. Aber dann kam schnell das Kribbeln. Ich muss was tun! Wenn ich nichts tue, bin ich nicht von Wert. Also lud ich mir neue Projekte auf. Und merkte: Du deckst dich wieder zu. Ich musste diesen Freiraum aushalten. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten war ich ohne berufliche Ziele. Ich machte eine Ausbildung in Hypnosetherapie, reflektierte viel. Heute funktioniere ich langsamer. Ich fühle mich angekommen.

Hat dein Rollentausch deinen Blick darauf verändert, was Frauen leisten?

Auf eine Art und Weise, wie ich es nicht für möglich gehalten hätte. Ich dachte immer, ich sei ein progressiver Vater. Ich hatte jede Woche meinen «Vatertag», an dem ich die Kinder allein betreut habe. Dazu habe ich ausgeholfen, wo ich konnte: Wäsche, Haushalt, .... Aber wenn du im Zentrum stehst, wenn du verantwortlich bist, dass all die Dinge in einem Familiensystem funktionieren, ist das kein Vergleich. Einfach geben und nichts zurückerwarten – das ist hohe Schule.

Nachmittags kommt Darco mit seinem E-Bike zum zweiten Teil des Interviews. So ganz lässt ihn die Faszination Mountainbiken nicht los.

Darco Cazin: Von Trail-Visionen und der Poesie des Bikens
Darco Cazin: Von Trail-Visionen und der Poesie des Bikens
Darco Cazin: Von Trail-Visionen und der Poesie des Bikens
© Christian Penning

«Ich habe für mich sonst nichts gefunden, was meine Sinne so öffnet wie das Fahrrad.»

Kann KI Trail-Projekte noch besser machen?

Ich nutze KI, um Workshop-Notizen zu transkribieren, zu übersetzen, zu clustern, zu gewichten. Das schafft Freiräume, um über den Ort, die Menschen und die eigentliche Entwicklung nachzudenken. Hinzu kommt die Auswertung von Kartendaten und Geländemodellen. Ob die KI künftig Traum-Trails entwirft? Ich weiss es nicht.

Gravelbiken ist nach dem Mountainbiken der nächste Trend. Welche Rolle wird Graveln künftig im Tourismus in den Alpen spielen?

Gravel – das klingt verführerisch, weil die Wege oft schon da sind. Aber nicht überall ist Gravelbiken gut. Entscheidend ist, dass Graveln nicht nur als neue Rennrad-Challenge gedacht wird. Für viele ist es ein niederschwelliger Zugang zu Natur, zu Mikroabenteuern, zu Freiheit. Es ist weniger technisch, weniger einschüchternd als ein modernes Mountainbike. Die Industrie muss aufpassen, dass sie das Mountainbiken nicht zu spitz und zu kompliziert macht.

Volle Trails und Zufahrtsstrassen, genervte Anwohner. Overtourism ist in einigen Regionen ein ernstes Problem, das zu zeitweiligen Shutdowns, limitierten Zugangsmöglichkeiten und Verboten führt. Wird der Andrang noch grösser werden?

Eine sinnvolle Lenkung wird entscheidend sein. Wenn man sieht, wie schnell ein Ort über Social Media hip werden kann, ohne dass eine Region aktiv etwas dazu beiträgt, ist das tatsächlich eine Herausforderung. Als Planer hast du oft gar nicht die Möglichkeit, einzugreifen, bevor die Welle rollt. Wir müssen mit Lenkungsmassnahmen schneller werden. Zugangsbeschränkungen und ein kostenpflichtiger Zugang werden in einigen Gebieten sicher eine Normalität werden.

Abgesehen von triggernden Bildern und Clips auf Insta und Co. – woran liegt dieser Run auf die Natur?

Die Sehnsucht nach Natur ist eine Gegenreaktion auf die Urbanisierung und Beschleunigung des Alltagslebens. Ein Wald, ein Baum, ein Berg hat für uns immer eine Ausstrahlung, die uns signalisiert: Es gibt noch etwas Grösseres, Höheres als mich selbst. Einen Ort, wo ich nicht funktionieren muss wie im gleichgeschalteten Alltag.

Welche Rolle spielt Biken heute für dich persönlich?

Ich bin viel draussen: zu Fuss, auf dem Bike, auf Ski, beim Langlaufen. Mal mit Freunden, mindestens genauso gern aber auch allein. Ich weiss oft vorher nicht, wohin ich fahre. Ich lasse mich von meinen Sinnen treiben, weniger vom GPS-Gerät. Für mich liegt die Seele des Mountainbikens in der Verbindung zur Natur. Der Geruch der Bäume, die Wärme des Sommers, … und gutes Essen gehört auch immer dazu.

Stattliche Arven, grün leuchtende Graspolster – der Taiswald bei Pontresina hat etwas Magisches. Darco kommt gerne hierher, um seine Gedanken fliessen zu lassen. Seit einer Weile fliessen sie auch in gedruckte oder online veröffentlichte Sammlungen poetischer Texte.

Auf der Publishing Plattform Substack stellst du dich vor als: «Entrepreur at 26, poet at 46.» Was steckt hinter diesem Wandel?

Mein Leben. Ich stamme aus dem Val Müstair, einem abgelegenen Bergtal. Ich wollte Unternehmer werden und gleichzeitig einen positiven Beitrag zum Leben der Menschen in den Bergen leisten. Touristische Mountainbike-Projekte wurden mein Tool dafür. Da es dieses Werkzeug anfangs noch nicht gab, musste ich es entwickeln. Also gründete ich ein Unternehmen. Aus kleinen Anfängen wurde etwas Grosses. Poesie ist für mich erneut ein Anfang aus dem Nichts. Es war in den Ferien 2024. Ich lag am Strand und spürte: Da will etwas in mir schreiben. Ich kaufte in einem Kiosk ein Notizheft, einen Kuli. Erst waren es nur Gedankenfetzen. Zurück zu Hause im Wald, wurden daraus konkrete Worte.

Wie hat dein Umfeld reagiert?

Mein Vater meinte, das wäre ja alles gut und recht, aber er sehe den Businessplan nicht. Nun, es gibt keinen Businessplan. Andere formulierten es härter. Sie meinten: «Ist der jetzt völlig durchgeknallt?»

Was kann Poesie, was ein Businessplan nicht kann?

Poesie ist die Sprache für die Gebiete, in die wir schon vorgedrungen sind, aber für die wir noch keine genaue Sprache haben. Sie befreit uns von bis ins Letzte durchdachten Konzepten, Kausalitäten, Argumenten. Ein Tanz um das Glas herum – der das Glas aus mehr Perspektiven beschreibt, als es die Definition «Glas» je könnte. Das nutze ich. Ein Unternehmen hat neun Monate mit mir gearbeitet. Statt trockene Zieldefinitionen zu entwickeln, haben wir die Visionen der Mitarbeiter in Poesie gefasst. Die lesen sie vor jedem Treffen – als eine Art Mantra.

Deine Texte wirken ruhig und reduziert. Ist das eine Reaktion auf die laute Social-Media-Welt?

Vielleicht ist es eher ein Bedürfnis nach Essenz. Ich trinke meinen Kaffee schwarz. Ich koche ohne grossen Firlefanz. Ich mag es, aufs Wesentliche zu kommen.

Hat Biken für dich etwas Poetisches?

Absolut. Man sagt ja, das Fahrrad sei die nobelste Erfindung des Menschen. Ich habe für mich sonst nichts gefunden, was meine Sinne so öffnet. Man kann es Flow nennen, vollständig im Moment sein. So wie gestern am Ende der Tour: Den Duft der Bäume zu inhalieren, die Wärme des Sommerabends auf der Haut zu spüren – das sind durchaus Momente voller Poesie. Da werden Emotionen greifbar. Und dann steckt Biken natürlich voll poetischer Analogien: Nicht auf den Stein starren, sondern nach vorne blicken. Das Rad, das stabil ist, solange es sich schnell genug dreht. (…) Ein Freund hat mal vorgeschlagen, wir sollten auf Tour gehen und uns am Anfang jeder Etappe ein Gedicht als Tagesthema vornehmen. Vielleicht machen wir das.

Text: Christian Penning
Fotos: Christian Penning

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