Angesichts der steigenden Komplexität von Angebot und Technik spielt der Fachhandel eine zentrale Rolle bei «Schweizer Velo». Letztlich ist es dessen Kompetenz, die im Verkauf und in der Werkstatt über Sein oder Nichtsein einer Marke entscheidet.
«Wir starteten das Projekt nicht mit der Idee, ein Label zu entwickeln»
Alexandra Komenda: Mit der Änderung des Bundesgesetzes zum Schutz von Marken und Herkunftsangaben von 2017, das vorschreibt, dass mindestens 60 Prozent der Herstellungskosten in der Schweiz anfallen müssen, kann das Label «Swiss Made» praktisch nicht mehr verwendet werden. Denn Rahmen und Anbauteile unserer Velos und E-Bikes werden importiert. Deshalb haben wir nach einer anderen Lösung gesucht, um der Kundschaft die Wertschöpfung in der Schweiz und damit verbunden die Nachhaltigkeit unserer Produkte, Services und unseres Handelns aufzuzeigen.
Wie hoch ist die Schweizer Wertschöpfung bei euren Velos und E-Bikes?
Reto Meyer: Wir haben das im Jahr 2020 für Velos und E-Bikes durchgerechnet, bei denen das Gros des Materials nicht aus schweizerischer Produktion stammt. Dabei sind wir auf bis zu 30 bis 35 Prozent Schweizer Wertschöpfung gekommen.
Wie ist die Zusammenarbeit zwischen Komenda und Tour de Suisse Rad entstanden?
Alexandra Komenda: Aus der Arbeit heraus. Denn Tour de Suisse Rad hat bezüglich Swiss Made das gleiche Problem wie wir bei Komenda. Begonnen hat es mit rechtlichen und strategischen Abklärungen, bei denen mein Mann, Dirk Kurek, auch Reto Meyer und Samuel Böhni von der Fachhochschule Ost sowie Innosuisse, die Schweizerische Agentur für Innovationsförderung, beigezogen hat. So ist die Zusammenarbeit entstanden.
Wie ist die Idee zum Label entstanden?
Samuel Böhni: Wir starteten nicht mit der Idee, ein Label zu entwickeln. Vielmehr überlegten wir uns, wie sich die Zusammenarbeit zwischen Endkunden, Fachhändlern und Herstellern im digitalen Umfeld optimieren lässt. Dabei ist die Idee der Zusammenarbeit und letztlich die des Labels entstanden. Mit dem Label «Schweizer Velo» lassen sich diverse Werte transportieren, die bei «Swiss Made» fehlen, wie zum Beispiel die Nachhaltigkeit oder die umfangreichen Garantie-, Versicherungs- und Serviceleistungen.
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