Voll leicht oder volle Power?
seit Jahren fast nur in diese Richtung. Doch wie viel mehr Power brauchen Biker eigentlich noch?
Und wie könnte sich das E-MTB in Zukunft sonst noch entwickeln?
Die BORN-Redaktion hat sich bei Köpfen der Bike-Branche umgehört.
Fragt man die Antriebshersteller, sind die erst mal stolz auf das Erreichte. So sagt uns Tamara Winograd, Leiterin Marketing & Kommunikation bei Bosch eBike: «In Bezug auf Gewicht und Leistungsdichte hat sich bei den E-Bike-Antriebssystemen einiges getan. Ein Beispiel ist unsere Performance Line CX, deren Grösse wir im Vergleich zur Vorgängergeneration um rund die Hälfte reduziert haben und auch das Gewicht um rund 25 Prozent auf 2,9 Kilogramm verringern konnten. Das sind bei einer äusserst kompakten Bauweise des Elektromotors enorme Sprünge.» Ähnlich sieht man das bei Shimano, wie Michael Wild, Marketing-Leiter von Shimanos Europa-Importeur Paul Lange, erklärt: «Mit unserem neuen Flaggschiff EP8 haben wir einen Antrieb vorgestellt, den gerade das besonders geringe Gewicht, aber auch sehr kompakte Baumasse auszeichnen.» Er bestätigt aber auch, wie wichtig ein möglichst geringes Gewicht am E-MTB ist. «Ein natürliches Fahrgefühl sollte eine der zentralen Eigenschaften eines E-Bikes sein», findet Wild. «Und ein geringes Gewicht trägt entscheidend dazu bei, dass das Handling und die Fahreigenschaften von E-Bikes denen herkömmlicher Fahrräder möglichst nah kommen.» Aber zugunsten des Gewichts Abstriche bei Leistung und Reichweite machen? Bei den grössten Motorenherstellern sieht es derzeit nicht danach aus.
Wie viel Power brauchen E-MTBs wirklich?
So wohlwollend viele in der Bike-Industrie über den Hersteller sprechen, diese Idee des «Energy-Bikes», wie Fazua sich selbst in Abgrenzung zum E-Bike positioniert, hat es am Markt schwer. Das bestätigt auch Fabian Obrist, Produktmanager bei Bergstrom: «Im Moment nehmen die meisten Kunden immer den stärksten Motor, den grössten Akku.» Aber Obrist stellt auch fest: «Viele merken jetzt, dass sie diese Leistung und Reichweite gar nicht brauchen.» Fazua-Chef Reuter zitiert dazu gern eine Umfrage, nach der nur fünf Prozent der E-Mountainbiker den stärksten Modus der leistungsstarken Antriebe überhaupt nutzen. Für Shimano lässt Michael Wild durchblicken, dass bei der Leistung mittlerweile eine Grenze erreicht wurde: «Die aktuellen Systemleistungen von 85 Nm sind ausreichend für alle Anforderungen der Kunden. Diese stellt nach unserer Einschätzung eine gute Balance zwischen Kontrollierbarkeit der Leistung, genügend Kraftreserven in allen Fahrsituationen und angemessenen Verbrauchswerten dar.»
wichtiger als der Drehmoment.»
Produktmanager & ehemaliger Rennfahrer
Nach wie vor dynamische Entwicklung
Winograd nennt noch weitere Faktoren, die bei künftigen E-Antrieben an Bedeutung gewinnen werden: «Connectivity und Sicherheit. Durch das Smartphone wird das E-Bike immer weiter vernetzt. Die Connected-Biking-Lösungen erweitern das Fahrerlebnis um eine digitale Dimension mit Features wie Navigation, Fitnessdaten oder weiteren digitalen Diensten.» Auch Funktionen wie das E-Bike ABS sehe man sich bei Bosch genau an und überlege, «wie sie sich sinnvoll weiterentwickeln lassen». So prescht Bosch aktuell in Zusammenarbeit mit Fox bei der eSuspension vor: Das LiveValve Fahrwerk passt sich ebenfalls über eine ausgefeilte Sensorik in Millisekunden dem Untergrund an, über das Bosch Kiox-Display können während der Fahrt unterschiedliche Fahrwerkseinstellungen eingestellt werden. ABS und elektronisches Fahrwerk: Daneben wirken Features wie integrierte Navigation fast schon wie kalter Kaffee, werden für die E-MTBs der Zukunft wohl noch wichtiger. Das bestätigt auch Fabian Reuter von Fazua, der prognostiziert: «Das Handy wird in Zukunft die Displays der Hersteller verdrängen.» Warum? Ganz einfach: «Kein selbst entwickeltes Display ist besser als das vom Smartphone!» Er sieht in der Einbindung weiterer Funktionen von etablierten Drittanbietern wie Navigation oder Trainingssteuerung als nächsten logischen Schritt: «Es wird essenziell, Schnittstellen für etablierte Apps wie Komoot oder Strava einzubinden.» Zudem sieht er ein riesiges Potenzial beim Customizing: «Jeder passt sein E-Bike gern an die eigenen Wünsche und Bedürfnisse an – per Smartphone, egal, ob auf dem Sofa oder auf dem Trail.»
Aufwendiges Display oder minimalistischer Trigger mit LEDs? Das Smartphone wird die Displays der Hersteller verdrängen, prognostiziert zumindest Fabian Reuter von Fazua.
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