Pivot
Trail 429

Text & Fotos: Christian Penning
12.08.2019

Siegeszug

Tolle Fahrwerke, qualitativ hochwertige Carbon-Rahmen – die innovative Bikemarke aus Arizona findet seit ein paar Jahren auch in Europa immer mehr Anhänger. Mit dem Launch des Pivot Trail 429 dürfte der Fan-Kreis weiter wachsen.
Pivot Trail 429
Ein vielseitiges Trailbike, das auch grobes ­Gelände locker ­wegsteckt. Den guten Vortrieb schmälert nur das etwas hohe Gewicht.
Spielerisch zu fahren und trotzdem laufruhig – bereits in der vergangenen Ausgabe hatten wir ein Pivot im Test: das Firebird 29 Pro. Unsere Tester waren angefixt von dem Enduro aus den USA. Daher waren wir sehr gespannt auf den kleineren Bruder, dem Pivot Trail 429. Wie beim Firebird bildet ein DW-Link-Hinterbau die Basis des Fahrwerks. Er liefert 120 Millimeter Federweg. Vorne arbeitet eine 130-­Millimeter Fox Factory 34 Federgabel. Als Testbike ­hatten wir die 29-Zoll-Version geordert. Aber auch bei diesem Bike ist es möglich, 27,5-Plus-Laufräder zu montieren. Diese bieten noch mehr Traktion und Komfort auf harten, ruppigen Trails. Allerdings ist das Fahrgefühl für technisch versierte Fahrer weniger direkt, der Antritt nicht mehr ganz so spritzig.

Williger Kletterer

Zum Routine-Check vor der Tour gehört es, die Bikes an die Waage zu hängen. Da gab es erst mal grosse Augen bei den Testern. 14,0 Kilogramm – trotz hochwertigen Anbauteilen wie 1x11 Shimano XTR-Schaltung. Kein Leichtgewicht. Da schiesst im Geiste an steilen Rampen schon die Milchsäure in die Oberschenkel. Doch auf dem Trail pedaliert sich das Bike dann doch erstaunlich leichtgängig. Natürlich ist es keine Cross-Country-Rakete, und Uphill-Rekorde sollte man damit nicht anpeilen. Doch der Vortrieb stimmt und der Kraftaufwand hält sich in Grenzen. Die Sitzposition ist angenehm, die Kraftübertragung gut. Mit ein bisschen Fitness lassen sich auch lange, steile Anstieg knacken. Dabei hilft auf Trails der feinfühlig ansprechende Hinterbau. Er ermöglicht eine gute Traktion und erleichtert so den Weg nach oben. Selbst bei offenem Dämpfer wippt der Hinterbau nur minimal.
Pivot Trail 429 - Padloc-Griffe
GRIFFIG: Auch bei den Griffen macht die Liebe zum Detail nicht halt. Die Padloc-Griffe sind nicht nur komfortabel, sondern verdrehen sich durch die spezielle Passform in Kombination mit dem abgeschrägten Lenkerende nicht – selbst, wenn kräftig gezogen wird.
Pivot Trail 429 - Sag-Indicator
REINE EINSTELLUNGSSACHE: Perfektes Fahrwerks-Setup: Ein Sag-Indicator erleichtert die passende Abstimmung des Dämpfers.

Laufruhig und spurstabil

Auf flachen Trails und Abfahrten erahnt man die Gene des Enduro-Bruders Firebird. Der Rahmen fühlt sich steif an und reagiert sehr direkt. Das Trail 429 läuft wie auf Schienen und ist trotzdem verspielt. Die mit 430 Millimetern sehr kurzen Kettenstreben lassen das Bike quirlig über die Trails tanzen. Auch wenn der Hinterbau keine endlosen Reserven hat, lässt sich das Bike von knackigen Rockgarden-Sektionen nicht schocken. Laufruhig und spurstabil zieht es seine Bahn. Federgabel und Dämpfer harmonieren sehr gut. Dank des massiven Kettenstrebenschutzes aus Gummi klappert selbst auf harten Trails nichts. Die Züge verlaufen in internen Kabelkanälen. Für funktionelle Details haben die Pivot-Entwickler einen Sinn. So darf man mit dem Trail 429 durchaus von langen, alpinen Touren und Alpenüberquerungen mit knackigen Abfahrten träumen. Auf die XT-Bremsen ist dabei genauso Verlass wie auf die am Testmodell montierten 2,4er Maxxis Minion DHR II und Ardent. Wie hat Chef Chris Cocalis einmal gesagt? «Es reicht nicht, einer der Besten zu sein. Wir wollen in jeder Kategorie, in der wir antreten, die besten Bikes bauen.» Wenn das Pivot 429 beim nächsten Modellwechsel noch etwas leichter wird, hat Cocalis durchaus Chancen, dieses Ziel bei den Trailbikes zu erreichen.
Pivot Trail 429 - Gummi-Protektoren schützen Ketten- und Sitzstrebe
KEIN KLAPPERN: Maximaler Schutz: Die massiven, serienmässig montierten Gummi-Protektoren schützen Ketten- und Sitzstrebe am Hinterbau perfekt. Zudem ist der geschraubte Ausgang des Schaltzugs schön gelöst – da klappert nichts.
Pivot Trail 429 - Dave Weagles DW-Link Hinterbau
DW-LINK HINTERBAU: Pivot setzt auf einen Dave Weagles DW-Link Hinterbau. Der sorgt für sensibles Ansprechverhalten, gute Abfahrtsqualitäten und setzt den Vortrieb gut um. Ausserdem verhindert er, dass die Federung des Hinterbaus durch Einflüsse beim Bremsen behindert wird. Das sorgt für gute Kontrolle und hält das Rad am Boden.
Pivot Trail 429 - Im Test
Chris Cocalis
Chris Cocalis
Pivot Gründer und CEO
«Das Trail 429 hat die XC-Gene seines Vorgängers. Aber wenn es auf dem Trail ­technisch wird, ist das Bike nun durch die 130-Millimeter-Gabel potenter. Dank Super Boost Plus haben selbst breite 29er-Reifen Platz und wir können kurze Kettenstreben bauen, die dennoch sehr steif sind.»
Pivot
Trail 429
Spezifikationen
Preis6899 CHF
GrössenXS,S,M,L,XL
MaterialCarbon
FedergabelFox 34 Factory
DämpferFox Float Factory DPS
SchaltungShimano XTR GS 1x11
SchalthebelShimano XT
KurbelRace Face Aeffect 175 mm 30Z
BremsenShimano XT (180 / 180 mm)
LaufräderDT Swiss M1700 30 mm 29"
ReifenMaxxis: v: Minion DHRII 29 x 2.4 TR / h: Ardent 29 x 2.4 TR
LenkerPhoenix Team Carbon 760 mm
VorbauPhoenix Team Enduro / Trail 45 mm
StützeFox Transfer 150 mm
SattelWTB
Websitewww.pivotcycles.com
Geometrie & Daten (Grösse M)
1 Lenkwinkel67.3°
2 Sitzwinkel74°
3 Kettenstrebe429  mm
4 Radstand1163  mm
5 Tretlager Höhe342.9  mm
6 Sitzstrebe428  mm
7 Oberrohr (horiz.)614.7  mm
8 Steuerrohr101.6  mm
9 Reach439.4  mm
10 Stack604.5  mm
Federweg vorn130  mm
Federweg hinten120  mm
Gewicht13.4  kg