Yeti
160E T1

Text: Christian Penning | Foto: Christian Penning
03.05.2022

Elektro-Premiere

Wer ein E-Bike mit hochkarätigem Fahrwerk für harte Enduro-Strecken sucht, wird vom Yeti 160E nicht enttäuscht. Der durchzugsstarke Motor rundet das Paket noch zusätzlich ab.
Yeti  160E T1
«Was lange währt …!» Zum Start in die neue Bikesaison bringt Yeti sein erstes E-Mountainbike in die Shops. 170 Millimeter Federweg klingen nach satter Enduro-Action. Können Ausstattung und Fahreigenschaften des E T1 mit Yetis Kult-Image mithalten?
Kultschmiede genannt zu werden, kann auch eine Bürde sein. So scheint es auch bei der Entwicklung des ersten E-MTBs der legendären Bike-Schmiede aus Golden, Colorado, gewesen zu sein. Ganze fünf Jahre haben sich die Yeti-Ingenieure für die Entwicklung des Yeti 160E genommen. Schlichter Modellname, hochkarätiges Fahrwerk – was bislang für die Bio-Bikes aus dem Hause Yeti galt, sollte auch für den Elektro-Erstling die Maxime sein. «Wir mögen keine halben Sachen, also haben wir uns Zeit genommen», war aus dem Research & Development Departement zu hören. Die Reifezeit hat sich offenbar gelohnt. Yeti-typisch ist der Carbon-Rahmen mit schlichtem Design, fliessenden Formen und abgerundeten Kanten bis ins Detail hochwertig. Alle Kabel sind an den Rahmenöffnungen geklemmt. Da ist kein Scheppern und kein Klappern zu vernehmen – akustisch ist das 160E ein leiser Schleicher. Funktional, wenn auch angesichts des Preises nicht ganz standesgemäss, sind die Shimano XT-Schaltung und die DT Swiss EX 1700 Alu-Laufräder.

Neue Fahrwerkskonstruktion

Schwer ins Zeug geworfen haben sich die Yeti-Ingenieure dafür bei der Entwicklung des Fahrwerks. Auf den bewährten und prämierten Switch-Infinity-Hinterbau konnten sie nicht zurückgreifen. Der Motor liess im Tretlagerbereich nicht genügend Platz dafür. Die Lösung heisst «Sixfinity» – ein Sechsgelenk-Hinterbau mit zwei Streben, welche die Dämpferwippe direkt mit dem unteren Umlenkhebel verbinden. Die Testfahrten auf den Trails im Vinschgau machten schnell klar: Auch Sixfinity ist wieder ein Hightech-Fahrwerk. Bergauf klebt der Hinterbau ohne störendes Wippen mit viel Grip am Boden. Der steile Sitzwinkel und die langen Kettenstreben machen das 160E zu einer kletterfreudigen Bergziege, die auch vor steilsten Pfaden nicht kapituliert. Bergab bügelt das Bike souverän über gröbstes Terrain. Um das ganze Potenzial aus dem Fahrwerk herauszukitzeln, ist jedoch ein flottes Grundtempo nötig. Erst bei höheren Geschwindigkeiten lässt sich das Bike wirklich agil durch die Kurven zirkeln. Verspieltes Fahren mit Wheelies und Sprüngen fordert dem Piloten dagegen einiges an Power ab. Dafür liegt das für die Enduro World Series E entwickelte Bike auch bei Vollgasritten enorm ruhig auf dem Trail, und vermittelt dadurch viel Fahrsicherheit. Bei zögerlicher Fahrweise wirkt der Bolide mit üppigem Unterrohr und sehr breitem 800-Millimeter-Lenker allerdings etwas arg spurstabil.
HEBELWIRKUNG 
Zwei seitliche Streben sind Teil des neuen Sixfinity-Hinterbaus mit Fox Float 2 Factory Dämpfer. Die Performance des Fahrwerks schliesst lückenlos an die des bewährten Yeti Infinity Fahrwerks an. 
Yeti  160E T1
HEBELWIRKUNG 
Zwei seitliche Streben sind Teil des neuen Sixfinity-Hinterbaus mit Fox Float 2 Factory Dämpfer. Die Performance des Fahrwerks schliesst lückenlos an die des bewährten Yeti Infinity Fahrwerks an. 
SCHLEICHFAHRT 
Saubere Arbeit: An den Ein- und Ausgängen verschraubte Züge sorgen dafür, dass am Yeti 160E auch bei wilden Ritten nichts klappert. 
Yeti  160E T1
SCHLEICHFAHRT 
Saubere Arbeit: An den Ein- und Ausgängen verschraubte Züge sorgen dafür, dass am Yeti 160E auch bei wilden Ritten nichts klappert. 

Bewährter Shimano-Antrieb

Eine per Flip-Chip verstellbare Geometrie bietet das Yeti 160E nicht. Doch ganz auf mechanisches Fahrwerks-Tuning müssen Besitzer des Elektro-Yeti nicht verzichten. Mit einem Flip-Chip an der Dämpferaufnahme oberhalb des Tretlagers lässt sich die Progression variieren. Die Einstellungen sehen Progressionsraten von 25, 30 und 35 Prozent vor. Keine Experimente macht Yeti beim Antrieb. Der ist ein bewährter Standard von Shimano. Der EP8 entwickelt mit 85 Nm auch auf steilen Passagen ordentlich Schub. Der 630-Wh-Akku spielt zwar in puncto Reichweite nicht mehr in der ersten Liga. Dafür hält er das Gesamtgewicht knapp unter 23 Kilogramm.


VOLLSCHUTZ
Gummi-Protektoren an den Kettenstreben oben und unten vermeiden Kratzer am Carbon und verhindern ebenfalls lästige Fahrgeräusche. 
Yeti  160E T1
VOLLSCHUTZ
Gummi-Protektoren an den Kettenstreben oben und unten vermeiden Kratzer am Carbon und verhindern ebenfalls lästige Fahrgeräusche. 
BÜGELMASCHINE 
Auf den Einsatz an E-MTBs abgestimmt ist die Fox Factory 38 Grip2 E-Tune Federgabel. Mit 170 Millimetern sehr effektiv ausgenutzten Federwegs und hoher Stefigkeit macht sie das Yeti 160E zu einer Bügelmaschine für raues Terrain. 
Yeti  160E T1
BÜGELMASCHINE 
Auf den Einsatz an E-MTBs abgestimmt ist die Fox Factory 38 Grip2 E-Tune Federgabel. Mit 170 Millimetern sehr effektiv ausgenutzten Federwegs und hoher Stefigkeit macht sie das Yeti 160E zu einer Bügelmaschine für raues Terrain. 
SIXFINITY HINTERBAU 
Yetis neuer Sixfinity Hinterbau basiert auf einer Sechsgelenker-Konstruktion mit zwei zusätzlichen Streben. Sie verbinden den unteren Umlenkhebel mit der Dämpferwippe am Sitzrohr. Dadurch rotiert der Sixfinity Hinterbau zunächst aufwärts, und sorgt damit für maximale Effzienz beim Pedalieren, bis er am Wendepunkt seine Richtung ändert. Ab dem mittleren Einfederungsbereich bewegt er sich nach unten, gibt so das komplette Potenzial des Hinterbaus frei, wobei zugleich Antriebseinflüsse aufs Fahrwerk verringert werden. 
Yeti  160E T1
SIXFINITY HINTERBAU 
Yetis neuer Sixfinity Hinterbau basiert auf einer Sechsgelenker-Konstruktion mit zwei zusätzlichen Streben. Sie verbinden den unteren Umlenkhebel mit der Dämpferwippe am Sitzrohr. Dadurch rotiert der Sixfinity Hinterbau zunächst aufwärts, und sorgt damit für maximale Effzienz beim Pedalieren, bis er am Wendepunkt seine Richtung ändert. Ab dem mittleren Einfederungsbereich bewegt er sich nach unten, gibt so das komplette Potenzial des Hinterbaus frei, wobei zugleich Antriebseinflüsse aufs Fahrwerk verringert werden. 
Tobias Luitz
Tester und Enduro-Fahrer
Yeti  160E T1
Tobias Luitz
Tester und Enduro-Fahrer
«Dank des durchzugsstarken Motors geht mit dem Yeti 160E bergauf die Post ab. Bergab arbeitet das Fahrwerk enorm effektiv und bügelt beinahe wie ein Motorrad über die Trails – erste Sahne! Für verspieltes Fahren eignet sich die wuchtige Maschine aber weniger. Das Fahrwerk wird erst bei höherem Tempo wirklich agil.»
Yeti 160E T1
Spezifikationen
Preis12490 CHF
GrössenS,M,L,XL
MaterialCarbon
MotorShimano EP8
AkkuShimano 630 Wh Internal Battery
FedergabelFox Factory 38, Grip2, E-Tune
DämpferFox Factory Float X2
SchaltungShimano XT
SchalthebelShimano XT
KurbelShimano EM900 34T, 160 mm
BremsenSram Code RSC
LaufräderDT Swiss EX1700, 30 mm
Reifenv: Maxxis Assegai 2.5 Exo+ h: Minion DHRII 2.4 DD
LenkerYeti Carbon 35x800 mm E-Bike
VorbauRace Face Turbine R 35x50 mm
StützeSram Reverb AXS
SattelWTB Silverado
Websitewww.yeticycles.com
Geometrie & Daten  (Grösse M)
1 Lenkwinkel64.5°
2 Sitzwinkel78°
3 Kettenstrebe446  mm
4 Radstand1239.7  mm
5 Tretlager Höhe350  mm
6 Sitzstrebe410  mm
7 Oberrohr (horiz.)591.8  mm
8 Steuerrohr98.3  mm
9 Reach460  mm
10 Stack620  mm
Federweg vorn170  mm
Federweg hinten160  mm
Gewicht22.5  kg

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