Test E-Mountainbikes
nimm's leicht!

10.05.2022

Nimm´s leicht

Es tut sich was. Leichte E-Bikes mit reduzierter Antriebskraft, aber dennoch praxisgerechter Reichweite versprechen spielerischen Fahrspass. Und der Trend zu Integration und aufgeräumter Optik macht auch vor E-MTBs nicht Halt.
Bigger is better – auf diesen Nenner lässt sich die bisherige E-Erfolgsformel bringen. Die Hersteller von E-MTBs setzten in den vergangenen Jahren meist auf immer grössere, leistungsfähigere Akkus, drehmomentstarke Motoren und Fahrwerke mit ordentlich Federweg. E-Bikes im Enduro-Style. Akkus mit einer Kapazität von 750 Wh sind fast schon Standard. Manche Hersteller bieten sogar Batterieblöcke mit 900 Wh an. Die wiegen rund 65 Prozent mehr als die noch vor drei Jahren standardmässig verbauten 540-Wh-Akkus. Damit ist die Reichweite enorm gewachsen. Doch ein Ziel haben die Hersteller vorerst nicht erreicht: E-Bikes leichter zu machen. Und so fahren immer mehr E-Bike-Anbieter nun zweigleisig. «Minimal-Assist-Bikes» oder «E-MTBs light» lauten die Bezeichnungen für die neue Kategorie, die sich gerade etabliert. Nachdem Firmen wie Orbea mit dem Leichtbau-Modell Rise oder Specialized mit dem Light Enduro Kenevo SL den Startschuss gesetzt haben, schicken immer mehr Bike-Anbieter leichte Elektro-Sportler ins Rennen. Deren Kennzeichen: kompaktere, leichtere Motoren, kleinere Akkus, ein geringeres Gesamtgewicht der Bikes – aber auch weniger Schub.
Nachdem Firmen wie Orbea mit dem Leichtbau-Modell Rise oder Specialized mit dem Light Enduro Kenevo SL den Startschuss gesetzt haben, schicken immer mehr Bike-Anbieter leichte Elektro-Sportler ins Rennen. Deren Kennzeichen: kompaktere, leichtere Motoren, kleinere Akkus, ein geringeres Gesamtgewicht der Bikes – aber auch weniger Schub.

Auch innerhalb der Light-Kategorie gibt es deutliche Unterschiede in den Konzepten. BH nimmt sich mit dem iLynx Race Carbon Pro die Fahreigenschaften von Downcountry-Bikes zum Vorbild. Transalpes will mit dem E1 und einem vom Schweizer Antriebshersteller Maxon völlig neu entwickelten Motor die leichtfüssigen Fahrqualitäten unmotorisierter Allmountain- und Enduro-Bikes auf E-MTBs übertragen.
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Mit «Minimal-Assist-Bikes» wollen die Hersteller die leichtfüssigen Fahrqualitäten unmotorisierter Allmountain- und Enduro-Bikes auf E-MTBs übertragen.
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Wer auf maximal durchzugsstarke Antriebe steht, wird mit Light-Assist-Bikes kaum glücklich werden.
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Turbo adieu!

Für wen machen solche E-MTB-Konzepte Sinn? Unser aktueller Test zeigt: Wer auf Antriebe mit maximal durchzugsstarkem Turbo-Modus steht oder aufgrund von Fitness-Defiziten gar darauf angewiesen ist, wird mit dem neuen Leichtmaterial kaum glücklich werden. Wer dagegen ein E-MTB sucht, das sich bergab so spielerisch dirigieren lässt wie ein herkömmliches Bike, wird von den Minimal-Assist-Modellen angenehm überrascht sein. Immer vorausgesetzt natürlich, dass man bereit ist, das den Motoren fehlende Drehmoment durch eigene Muskelarbeit auszugleichen.

Die geringere Akkukapazität machen die Light-E-MTBs durch einen niedrigeren Stromverbrauch zumindest teilweise wett. Ein weiterer Vorteil: Falls dem Akku auf Tour doch mal der Saft ausgeht, tritt sich ein 16 oder 18 Kilo «leichtes» Minimal-Assist-Bike spürbar müheloser als ein 24 Kilo schwerer E-Enduro-Bomber. Auch in Tragepassagen, oder wenn man das Bike kurz über ein Viehgatter wuchten muss, wird man sich zu seinem Minimal-Assist-Bike beglückwünschen.

Die E-Mountainbikes im BORN-Test:

Vielseitigkeit und Strassentauglichkeit

Selbst das potenteste E-Enduro wird natürlich nicht ausschliesslich als Sportgerät auf verblockten Trails eingesetzt. Auf dem Hin- und Rückweg von Touren, oder auf Transferpassagen zwischendrin, ist immer wieder ein Stück öffentliche Strasse dabei. Sicherheitsfeatures, wie etwa ein Radlicht, sind daher immer sinnvoll – in der Schweiz ist ab 1. April 2022 sogar ein Tagfahrlicht bei E-Bikes vorgeschrieben.  
In diesem Sinne schlägt das neue Scott Patron die Brücke vom E-Enduro zum E-Bike für den Strasseneinsatz. Die von der Motorbatterie gespeisten und fest verbauten LED-Rücklichter sorgen in vielen Situationen für ein grosses Plus an Sicherheit. Zusätzlich haben die Scott-Entwickler im Patron bereits Kabel und eine Steckverbindung für ein Vorderlicht am Lenker installiert. Die Umrüstung auf die neue Regelung ist hier also ohne störende Eingriffe in die aufgeräumte Optik möglich.

Dass das Scott Patron zudem auch das erste E-Mountainbike mit vollständig im Rahmen integriertem Fahrwerk ist, und mit serienmässig verbauten Mudguards daherkommt, trägt viel zur «cleanen» Optik des Velos bei.

Und die E-Enduros?

Natürlich werden auch die Modelle in den schon länger etablierten E-Bike-Kategorien weiterentwickelt. An deren Schwergewicht hat sich bisher wenig geändert. Dass die aktuelle Modellgeneration dank mächtigem und gut dosierbarem Vortrieb jedoch eine Menge Fahrspass bietet, zeigen das Yeti 160 E T1 und das Rocky Mountain Altitude Powerplay Carbon 70.
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Das Scott Patron ist das erste E-Mountainbike mit vollständig im Rahmen integriertem Fahrwerk.
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Aufgeräumte Optik: Der Trend zur Integration macht auch vor E-MTBs nicht Halt.

BORN Test Fazit

Die weiter zunehmende Modellvielfalt macht die Wahl des passenden E-Bikes nicht leichter. Doch die wachsende Bandbreite an E-MTB-Konzepten für unterschiedliche Einsatzbereiche und Fahrertypen bietet auch Vorteile. Gerade für leichtgewichtige und fitte Fahrer und Fahrerinnen sind Light E-Bikes eine überlegenswerte Alternative zu den deutlich gewichtigeren E-Enduros.

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