Weite, wellige Berglandschaften und imponierende Ruhe – das Hochplateau der Alpe Cimbra wartet darauf, entdeckt zu werden. Ein Streifzug durch eines vielseitigsten Mountainbike-Reviere des Trentino und einen der besten,
fast noch geheimen Gravel-Spots der Alpen.
Kurve um Kurve schraubt sich die Strasse aus dem Etschtal bergauf, vorbei an Weinreben, die in der Hit ze des Tals reifen. Es wird steil. Dann öff net sich unvermittelt die Landschaft. Die Felsen weichen. Wälder aus Lärchen und Fichten wechseln mit Weiden und weiten Alpflächen, auf denen vereinzelt Gehöfte auftauchen. Die Alpe Cimbra empfängt einen mit beeindruckender Ruhe. Hier, auf den Hochplateaus von Folgaria, Lava rone, Luserna und Vigolana vermischen sich historische Spuren mit moderner Infrastruktur für Biker aller Couleur. Sie ben grosse, bunkerartige Festungen aus der Zeit der k.u.k.-Monarchie prägen die Landschaft. Viele der heutigen MTB- und Gravel-Routen folgen den historischen Linien ehemaliger Militärstrassen, die einst Proviant und Soldaten in die Berge transportierten. Die Gegend, die vor über 100 Jahren Kriegsschauplatz war, wirkt heute imponierend friedlich.
Keine andere Tour verkörpert das bes ser als die «100 km dei Forti». Die Ma rathonstrecke mit knapp 100 Kilome tern und 2400 Hö henmetern sowie die Classic-Vari ante mit 52 Kilo metern starten im Parco Palù in La varone und führen an allen Festungen vorbei. Ein Tag Geschichtsunterricht auf dem Bike. Die Strecke lässt sich in drei Runden unterteilen – Folgaria (52,5 km), Lavarone (23,95 km), Luserna (26,7 km). So wird die Marathonroute als Mehrta gestour auch für weniger ambitionierte Biker attraktiv. Übernachtungen in Berg hütten oder auf Agriturismi entlang der Strecke sorgen für ein unvergessliches Traversata-Erlebnis.
Ein modernes Kontrastprogramm zur Beschaulichkeit bieten die zwei Bike parks. In Lavarone bringt ein Sessellift Gravity-Jünger zum Start von vier un terschiedlich schwierigen Abfahrten, darunter die legendäre schwarze Linie «Pina Colada» mit Holzkonstruktionen, Rampen und Sprüngen. Am «Rum Runner» sammeln Einsteiger erste Park-Er fahrungen. In Folgaria hat das FolgaRide Trail Center eine klar familienfreundliche DNA: Flow-Tracks, die auch ambitionier ten Einsteigern Spass machen, eine Skill Area in Serrada, ein Pumptrack und ein Mini-Bikepark für Kinder ab drei Jahren komplettieren die Coaching-Möglichkei ten für werdende Park-Cracks.
Die vielen Schotterstrassen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs machen die Alpe Cimbra zu einem der attraktivsten Gra vel-Gebiete der Alpen. Die «60 km della Vigolana» erfordern mit gut 1900 Hö henmetern ordentlich Beinschmalz. Da für warten unvergessliche Blicke auf den Caldonazzo See. In die bäuerliche Welt der Zimbern, die heute noch einen dem Bayerischen ähnlichen Dialekt sprechen, taucht man auf dem Zimbarlant-Trail ein. Eine neue Gravel-Route verbindet Lava rone mit Luserna – ein weiteres Pano rama-Highlight. Egal ob Mountain- oder Gravel-Bike, nach einer langen Tour im Sattel wartet am Caldonazzo oder Levico See immer ein grande Finale. Man steigt vom Bike, springt ins Wasser, schaut in den Himmel und denkt: So muss das Pa radies aussehen.
Alpe Cimbra: Überblick und Highlights
Was zeichnet die Alpe Cimbra aus?
Die Kombination aus über 600 Kilome ter Bike-Strecken, sieben Weltkriegs Festungen und der Alp-Kultur der Zimbren macht das Hochplateau der Alpe Cimbra sportlich und kulturell enorm vielseitig.
Wie spare ich Kraft auf Tour?
Die neue Gondelbahn Francolini – Sommo Alto (Juni bis Anfang Oktober) spart Höhenmeterkurbelei und erleichtert es, zahlreiche Gravel- und MTB-Routen zu erreichen.
Gibt es auch Enduro-Events?
Ende Mai findet im Bikepark FolgaRide in Folgaria das erste und einzige Enduro-Rennen in der Region Trentino-Südtirol statt.
Für Wen und Wann?
Gravel- und MTB-Fans aller Niveaus, Familien (FolgaRide Kids-Bikepark), Gravity-Junkies (Lavarone Bikepark), barrierefreie Handbike-Routen. Beste Monate: Mai bis Oktober.
Für jeden Etwas
Die Alpe Cimbra umfasst vier sanfte Hochplateaus südöstlich von Trento. Höhenlage: 700 bis 1850 m. Lärchen- und Fichtenwälder, Alpwiesen und viele Schotterwege. Dazu zwei Bikeparks. Sie ben Festungen aus dem Ersten Weltkrieg prägen die Landschaft. Kulturell und ku linarisch liegt die Region zwischen tiro ler Tradition und italienischem Süden. N Anreise: Mit dem Auto: Via A22 nach Rovereto/Trento, von dort über die SS350 aufs Plateau Folgaria. Mit der Bahn: bis Trento dann Bus oder Mietau to aufs Alpe Cimbra Plateau.