Mountainbiken als Risikosport?
Unfallzahlen um 66% gestiegen

02.07.2020

Risikosport Mountainbiken?

Mountainbiken als Risikosport? Die Unfallstatistik der Beratungsstelle für Unfallverhütung BFU zeigt: Die Zahl der verletzten Mountainbiker stieg in den letzten 10 Jahren um rund 66 Prozent. Im Jahr 2017 waren es 12‘350 Fälle in der Schweiz. 
Innerhalb von zehn Jahren ist die Zahl der verletzten Mountainbikerinnen und Mountainbiker um rund 66 Prozent gestiegen.  Im Jahr 2017 waren es 12‘350 Fälle, 400 Personen verletzten sich dabei schwer. Jedes Jahr erleiden durchschnittlich zwei Personen tödliche Verletzungen. Das zeigt die soeben veröffentlichte Unfallstatistik der Beratungsstelle für Unfallverhütung BFU. Diese starke Zunahme ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass die Zahl der Mountainbikerinnen und Mountainbiker insgesamt stark zugenommen hat.

Das zeigt auch die Studie «Sport Schweiz 2020», die alle sechs Jahre vom Bundesamt für Sport BASPO publiziert wird: Das Plus gegenüber 2014 beträgt stolze 20%. Verstärkt wird dieser Trend durch das Aufkommen von E-Mountainbikes. Gemäss einer neuen BFU-Erhebung bei 2400 Mountainbikerinnen und Mountainbikern entlang von 40 beliebten Mountainbike- Pisten und -Routen in der Schweiz verfügten 19 % der Mountainbikes im Jahr 2019 über einen Elektroantrieb; 2017 lag dieser Anteil noch bei 6 %.

Christoph Müller, Mountainbike-Experte bei der BFU, mutmasst, dass auch weniger Erfahrene E-Mountainbikes nutzen. «Sie riskieren, sich zu überschätzen und tragen daher ein höheres Unfallrisiko.» Positiv ist, dass mittlerweile die Mehrheit aller Sportlerinnen und Sportler im Gelände einen Helm (97 %), eine Schutzbrille (83 %) oder Handschuhe (77 %) trägt. Nur die wenigsten schützen ihre Schultern (29 %) und Ellbogen (32 %), obwohl etwa ein Viertel aller Verletzungen diese Körperpartien betrifft.