Corona-Knick: Velo und
E-Bike-Verkaufszahlen leicht rückläufig

17.03.2022
Der Schweizer Fahrradmarkt hat 2021 an Dynamik verloren. Gegenüber dem Rekordjahr 2020 gingen die verkauften Stückzahlen um 1,5 Prozent zurück. Der Rückgang betraf aber ausschliesslich Bio-Bikes. Die Verkäufe von E-Bikes legten dagegen nochmals um 9,4 Prozent zu und erreichten ein neues Rekordhoch von 187.302 Stück. 

Die hohen Verkaufszahlen des Rekordjahrs 2020 hatten sich zuerst auch noch in den Halbjahreszahlen 2021 fortgesetzt. Im weiteren Verlauf des Jahres flachte die Kurve jedoch vernehmlich ab. Nach einem Plus von 16,5 Prozent bei den E-Bikes in den ersten sechs Monaten und einer Zunahme bei den Verkäufen von Muskelvelos von 8,9 Prozent, sanken die Zuwachsraten bis Ende des Jahres auf 9,4 Prozent bei den E-Bikes. Bei den Fahrrädern drehten die Zahlen sogar ins Minus (-7,4 Prozent). Insgesamt wurden 306.524 Stück abgesetzt.

Als Hauptursache für diese Delle gelten die Turbulenzen auf dem Weltmarkt. Dort kollidiert eine anhaltend hohe Nachfrage nach Fahrrädern und E-Bikes mit eingeschränkten Produktionskapazitäten. Diese Engpässe wurden durch Corona-Massnahmen in den Produktionsländern, durch Rohstoffknappheit und aus dem Tritt geratene Zulieferketten verursacht. Vor allem die grossen Fahrradkomponentenhersteller stehen hier unter Druck - sie beliefern etwa 90 Prozent des Marktes.

Anfänglicher Boom durch Vorjahr beeinflusst

Hatte in der Vergangenheit oft nasskaltes Wetter in der Hauptverkaufssaison im Frühling und Sommer zu massiven Absatzeinbussen im Velohandel geführt, war dieser Effekt 2021 nicht zu beobachten. Offenbar war ein Teil der 2021er Lieferungen noch auf die Bestellungen von 2020 zurückzuführen. Auch für 2022 rechnet die Branche mit einer anhaltend hohen Nachfrage. Dennoch werden punktuelle Lieferengpässe für die Zweiradbranche weiterhin ein Thema bleiben.

Aktuell zeigen sich interessante Verschiebungen bei den Verkaufszahlen innerhalb der einzelnen Produktgruppen. Der Run auf Kinder- und Jungendvelos ist ungebrochen. Bei den E-Bikes werden zunehmend statt E-MTBs und E-Citybikes E-SUV-Bikes bzw. Crossover E-Bikes verkauft. E-SUV-Bikes sind voll- oder vorderradgefederte E-Bikes mit kompletter Citybike-Ausrüstung (inkl. Schutzblechen und Gepäckträgern) und voluminös bereiften 28-Zoll-Rädern, die so zu 29-Zöllern werden. Offenbar wollen sich die Käuferinnen und Käufer beim Kauf eines neuen E-Bikes alle Optionen offenhalten.

Gefragt sind offenbar zunehmend weniger reine «Spezialisten», sondern eher Velos, die sowohl für den Stadtverkehr, für Trekking-Bike-Ausflüge bis hin zum Offroad-Einsatz tauglich sind. Bei dieser Entwicklung spielen die Reifenhersteller eine entscheidende Rolle. Bis vor Kurzem wurden nur vereinzelt robuste 28-Zoll-Reifen angeboten, die breiter waren als zwei Zoll (50 Millimeter Durchmesser). Weiterhin starke Zuwächse sind zudem für «Speed Pedelecs» mit einer Zulassung bis 45 km/h zu verzeichnen – solche Velos werden gerne von Pendlern genutzt. Der Zuwachs in diesem Segment betrug beachtliche 16,6 Prozent.  Auch die Kategorie E-Road 25 kommt mit einer Verfünffachung der Verkaufszahlen langsam in Fahrt.    
Corona-Knick: Velo und E-Bike-Verkaufszahlen leicht rückläufig
Mehr Infos: https://www.velosuisse.ch/news-statistik/

Quelle: Schweizerische Fachstelle Velo und E-Bike SFVE, fachstelle-velo.ch

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