Entwicklung im Mountainbiken:
Reden ist der Schlüssel

Text: Jürg Buschor, Thomas Werz
23.08.2021

Auf ein wort

Die Menschen zieht es aufs Bike. Und die Pandemie hat die Attraktivität des Mountainbikens noch einmal befeuert. Goldgräberstimmung in den Shops, Konflikte auf den Trails – auf dem Weg zum Breitensport warten auf das Bike einige Herausforderungen, aber auch enorme Chancen. BORN hat zu einem digitalen runden Tisch geladen, um über die aktuelle Entwicklung im Schweizer Mountainbike-Sport zu diskutieren.
Laut der Studie «Sport Schweiz 2020» des Bundesamts für Sport BASPO fahren mittlerweile mehr als eine halbe Million Schweizer Mountainbike – das sind mehr, als Fussball spielen. Ist das Bike im Breitensport angekommen?

Martin: Wenn man in touristischen Studien wie dem Tourismus Monitor Schweiz mit über 20‘000 Teilnehmenden die persönlichen Sportaktivitäten nachfragt, geben 55 Prozent der Sommergäste das Wandern an und zehn Prozent das Mountainbiken. So war das Verhältnis vor vier Jahren und ich behaupte, dies hat sich nicht wesentlich verändert. Vielleicht hat das Mountainbiken ein bis drei Prozent zugelegt. Das Verhältnis ist aber immer noch etwa 5:1.

Silas: Breitensport darf man das mittlerweile definitiv sagen. Man muss jedoch aufpassen, mit was man es vergleicht. Fussball spielt man von fünf bis maximal 35. Mein Bub ist fünf Jahre alt und wir fahren zusammen MTB, aber es hört nach oben erst mal nicht auf. Wandern ist sicher immer noch ganz oben bei den Schweizern, aber Biken hat aus verschiedenen Gründen massiv zugelegt: Das Material ist wahnsinnig gut geworden, es ist zugänglich und man kann es heute benutzen, ohne dass man es die ganze Zeit flicken muss. So hat es Mountainbiken als Sport in die breiten Bevölkerung geschafft, um in der Natur zu sein und die Welt abseits des gesellschaftlich hektischen Lebens zu erkunden.

Dominik: Man muss sehr stark aufpassen, mit was man das Mountainbiken vergleicht. Wenn man die Zahlen der «Sport Schweiz 2020» Studie anschaut, ist das Wandern ganz klar Volkssport Nr. 1, dann folgt mit Nr. 2 das Velofahren und mit Nr. 3 der Schwimmsport – der berühmte helvetische Triathlon. Verglichen damit sind es natürlich weniger, die mountainbiken. Wir bewegen uns in einem Bereich wie Fussball. Wenn man aber schaut, welche Infrastruktur der Fussball hat, wie er organisiert und wie populär er ist, dann dürfen wir uns als Bikende schon zeigen. Biken ist kein Randsport, kein Trend, sondern mitten in der Gesellschaft angekommen.

Corona hat den Radsport messbar befeuert. Laut der velosuisse Statistik von 2020 gab es bei sportlichen Rädern Zuwachsraten von plus 45 Prozent und allein bei E-MTBs von mehr als 40 Prozent. Das sind doch goldene Zeiten, wie ist die Stimmung in der Branche?

Silas: Das ist im Moment ein zweischneidiges Schwert. Einerseits werden unsere Produkte nachgefragt. Andererseits haben wir die grosse Problematik, dass die Hersteller mit diesem Nachfrage-Schock nicht klargekommen sind. Aktuell ist dieser Boom eine riesige Herausforderung, vor allem, dass die Ware überhaupt produziert wird und wir sie bekommen. Dazu gab es noch zusätzliche Probleme: der blockierte Suezkanal, fehlende Container in Asien, gerade sind Container etwa zehn Mal teurer als vor Corona. Diese Herausforderungen im Markt sind riesig. Dennoch klagen wir da auf hohem Niveau.

Hat diese Pandemie auch den Mobilitätswandel ein Stück weit beschleunigt? Die Leute wollen mehr Fahrrad fahren als vor zwei Jahren.


Silas: Klar, dass die Pandemie in dieser Situation geholfen hat. Die Leute wollten nicht im Tram sitzen oder im Zug. Sie wollten individuelle Mobilität, aber für gewisse Strecken ist das Auto keine realistische Lösung. Aber das Velo ist für viele Strecken die absolut schnellste, effizienteste und gesündeste Lösung. Das sollten wir so weiter pushen. Ich glaube, dass es einen sehr positiven Effekt hat, wenn das Velo noch mehr in unserer Gesellschaft verankert ist. Und die Schweizer Bevölkerung ist da ja sehr offen, sie hat mit überwältigender Mehrheit «Ja» zum Bundesbeschluss Velo gesagt und es mit in die Verfassung aufgenommen.
Subjektiv betrachtet sind mehr Biker unterwegs und die Belastung der Infrastruktur hat zugenommen. Mit welchen Szenarien planen die Industrie und der Tourismus? Bleibt das auf hohem Niveau oder flacht die Kurve wieder ab? Wie seht ihr die nahe Zukunft?

Martin: Aus touristischer Sicht ist die steigende Beliebtheit von Bikes und Velos fantastisch. Der technische Fortschritt mit der Elektrifizierung der Bikes bedeutet nochmals einen grossen Schub. Dieser kann auch zu Problemen führen, wenn die E-MTBs immer besser werden und man damit überall hinfahren kann. Doch aus rein touristischer Sicht ist das Biken ein Segen und zudem ein wichtiges Standbein für die meisten Destinationen geworden. Vor allem vor dem Hintergrund, dass der Wintertourismus eine noch schwierige Phase durchleben wird. Die Wertschöpfung ist zwar um ein Mehrfaches grösser als im Sommer, aber die Winter werden kürzer. In Zukunft wird dieser Wandel alle touristischen Leistungsträger zum Umdenken bewegen, hin zum Ganzjahrestourismus. Das wird zusätzliche Möglichkeiten fördern.
Entwicklung im Mountainbiken:   Reden ist der Schlüssel

Martin Vincenz

Martin Vincenz (59) ist Direktor von Graubünden Ferien und dort für die Vermarktung der grössten touristischen Region der Schweiz verantwortlich. Selbstbewusst bezeichnet sich der Kanton als «Home of Trails». Der Vater von zwei Kindern ist selbst nicht nur seit 25 Jahren ein passionierter Mountainbiker, der auch mal die Mittagspause zu einer schnellen Runde über die Hometrails rund um Chur nutzt. Er engagiert sich auch im Vorstand der IMBA Schweiz, um sich schweizweit für die Belange des Sports einzusetzen.

Durch die berufliche Vita von Martin Vincenz zieht sich die Kommunikation, nicht nur, aber auch für das Mountainbike und seine Heimat Graubünden. Denn bevor er CEO von Graubünden Ferien wurde, arbeitete er unter anderem als Redaktionsleiter und Moderator für das Bündner Regionalradio «Radio Grischa» und in verschiedenen Positionen in der PR und Unternehmenskommunikation.
Mehr verkaufte Bikes, mehr Neu- und Wiedereinsteiger auf dem E-MTB. Verschärft sich der Konflikt zwischen Bikern und Wanderern durch diese zusätzliche Gruppe der E-Biker?

Dominik:
Es kommt darauf an, wie und wo man das anschaut. Der Martin hat da eine ganz andere Ausgangslage als wir im Mittelland. Meine Heimat ist kein klassischer Tourismuskanton. Biken wird als Naherholungsaktivität betrieben. Spannende Daten der «Sport Schweiz 2020»: Wo gehen die meisten Leute biken? Das ist immer noch von daheim aus. Es fahren nicht alle Biker am Wochenende nach Graubünden. Das geht in der Diskussion häufig unter. Es ist eine der grossen Herausforderungen in den Kantonen ohne touristische Infrastrukturen. Dort hat man als Biker keine Lobby, die sagt, dass man auf den Wanderwegen biken darf. Die grössten Herausforderungen liegen ganz woanders als bei der Nutzergruppe E-Mountainbike.
Ist also das Problem ein höherer Nutzerdruck in Gegenden, die touristisch dafür gar nicht vorgesorgt haben?

Dominik:
Schaut auf die Zahlen: Wie viele Biker gibt es in der Schweiz und wo wird am meisten gefahren? Dann ist das rund um urbane Räume, wo die Leute wohnen. Da gibt es zu wenig Angebote und da entstehen die Konflikte. Weil es je nach Kanton häufig in den Waldgesetzen ganz klar verboten ist, auf Singletrails und Wanderwegen zu biken. Aber die Leute wohnen im Mittelland, und das ist die Herausforderung der nächsten Jahre. Wir hoffen, dass das Veloweggesetz etwas bewegt und die Kantone sich bewegen. Es ist auch die Sicht von SchweizMobil, dass in Zukunft etwas im Infrastrukturbereich passieren muss. Aus der Perspektive meiner Bikeschule heraus ist es eine riesige Chance. Wir finden es schön, dass wir als Bikeschule in einem nicht-touristischen Kanton so viele Kunden haben.
Wer bucht welche Kurse?

Dominik:
Als Guide bin ich mit der ganzen E-Mountainbike-Geschichte konfrontiert und kann mich dieser Entwicklung nicht verschliessen, wenn ich Kurse verkaufen will. Aber wenn man unsere Buchungszahlen anschaut, sind es wirklich wahnsinnig viele Einsteiger, aber immer noch mehrheitlich Mountainbiker. E-MTB-Kurse sind immer noch ganz klar in der Minderzahl. Das finde ich spannend, weil doch viele E-MTBs verkauft werden. Das Bewusstsein wächst, einen E-MTB-Kurs zu machen. Aber wir sind noch lange nicht da, wo wir mit den Mountainbikern sind.

Silas:
Wir merken, dass der E-Mountainbiker ein anderer Kunde ist. Wenn wir an E-MTB-Festivals sind, dann liegen die Themen in der Beratung. Wenn wir mit den Kunden über das Produkt reden, dann sind das komplett andere Gespräche. Der normale Mountainbiker ist so im Detail drin, da geht es sehr detailliert um Themen wie Luftdruck oder die richtige Einstellung der Suspension. Die meisten E-Biker wollen die Natur erkunden, mit der Unterstützung weiterkommen, um Orte zu erreichen, die sie bis jetzt noch nicht erreicht haben.

Martin:
Dennoch sind ein Wachstum und eine Ausbreitung zu spüren. Bis vor wenigen Jahren haben wir immer gesagt, die allermeisten unserer Gäste kommen zum Mountainbiken – und zwar in den Mountains und nicht auf den Mountains. Mittlerweile ist eine Verschiebung feststellbar. Weil mehr möglich ist. Aber auf 11‘000 Wanderwegkilometern kann es in Graubünden ja fast nicht eng werden – bis auf ein paar wenige Stellen. Und diese sind jetzt erreichbar. Wir wissen noch nicht, wie sich das Ganze weiterentwickelt. In Zukunft wird die Herausforderung sein, eine notwendige Lenkung der verschiedenen Nutzergruppen zu schaffen.

Silas:
Das hat auch nur teilweise mit dem E-Mountainbiker zu tun. Das Niveau an Fahrkönnen bei den Mountainbikern hat massiv zugenommen. Diese Steigerung hat ganz klar etwas mit dem Material, aber auch mit der Athletik der Leute zu tun. Sie trainieren mehr, sind viel aktiver. Nun sind die Leute auch physisch dazu in der Lage, an exponierte Orte zu kommen und dort Velo zu fahren.
«In graubünden reden wir schon lange miteinander. Das letzte, was wir möchten, sind verbote.»
Unabhängig davon, ob es Naherholung ist oder eine Tourismusregion: Wie verändern sich dadurch die Anforderungen an die Infrastruktur. Gibt es da schon Planszenarien?

Dominik: Provokante Gegenfrage, was sind denn die unterschiedlichen Interessen? Hat man wirklich verschiedene Interessen? Man versucht immer, diese Nutzergruppen gegeneinander auszuspielen und eigentlich hocken wir alle im gleichen Boot. Und es ist doch Teil der Lösung, dass man miteinander redet und aufeinander zugeht. Hauptaspekt des Bikers ist, draussen in der Natur zu sein, beim Wanderer ist es genau das Gleiche. Wie Martin erwähnt hat, sensibilisieren und kommunizieren ist das A und O. Wichtig ist, dass wir diese Nutzgruppen nicht gegeneinander ausspielen.

Martin: Es ist ja nicht in der ganzen Schweiz das gleiche Problem. Wir in Graubünden haben eine relativ gute Ausgangslage. Konflikte wegen des mangelnden Verständnisses in anderen Regionen können diese aber beeinträchtigen. Wir wollen unsere Produktqualität sichern und überlegen uns schon heute, welche Massnahmen zur Verhinderung eines Konfliktes wir treffen wollen. Dies muss auf nationaler Ebene abgestimmt sein. Dafür bin ich bei der IMBA mit dabei. In Graubünden reden wir schon lange miteinander, die Gemeinden, Forst, Jagd, Landwirtschaft, Tourismus und die Kommunen. Wo man Wege trennen muss, muss man trennen. An erster Stelle stehen die Kommunikation und die Information. Das Letzte, was wir möchten, sind Verbote. Wenn du die Strategie ansprichst: trennen, was geht, ansonsten sensibilisieren, informieren und steuern – und im allerletzten Fall auch Wege teilweise, zeitweise oder ganz sperren. Aber das ist die Ultima Ratio.

Dominik:
Ich kann Martin nur zustimmen. Es gibt keinen schweizweiten Masterplan. Es sind 26 Kleinstaaten, die ihre eigenen Interessen verfolgen. Nur schon diese auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, ist eine der grössten Herausforderungen. Egal, ob in der Pandemie oder eben auch beim Mountainbiken. Aber dass man einfach etwas verbietet, das ist sicher keine Lösung. Verbote fördern Konflikte. Da ist Graubünden zwei, drei Schritte weiter, dass man die Gespräche sucht und zusammen eine Lösung anhand von vorhandenen Gesetzen findet.
Entwicklung im Mountainbiken:   Reden ist der Schlüssel

Dominik Hug

Dominik Hug (38) aus Trimmbach ist Mountainbike-Lehrer mit eidgenössischem Fachausweis und Swiss Cycling Guide. Der studierte Geologe arbeitete knapp zehn Jahre in einem Ingenieursbüro für Naturgefahren, bevor er 2017 den Geologenhammer an den Nagel hängte, um Vollzeit seine Passion fürs Mountainbike zu leben. Mit drei Kollegen gründete Hug die Bikeschule Bikebuebe mit dem Ziel, die eigene Freude am Biken in Fahrtechnikkursen und auf Touren an andere Menschen weiterzugeben.

Die Passion fürs Bike startete bei Hug schon Mitte der 1990er-Jahren. Mit 13 bekam er sein erstes Mountainbike, dann ging es zuerst in den heimischen Jura und als ambitionierter Junioren-Racer zu XC- und Marathonrennen. Seit Oktober 2020 ist Hug Projektleiter Mountainbike bei SchweizMobil. Als verantwortlicher Koordinator kümmert er sich dort um alle Bike-Themen, die zwischen Kantonen, Trägerschaften und SchweizMobil anfallen.
Wenn man über Entflechtung und Trail-Toleranz spricht: Wie schafft man das, wenn die Interessen so weit auseinanderliegen. Vor allem in Regionen, wo es keinen echten Profiteur gibt?

Martin:
Miteinander reden, das sagt sich sehr leicht, aber das ist ein Riesenjob. Dann hockt man nicht nur einmal mit dem Förster zusammen – das wisst ihr ja auch. Nach zwei Stunden ist der Förster auf meiner Seite. Aber später an der Gemeindeversammlung ist er vielleicht wieder auf der Seite einer anderen Interessengruppe. Es ist der stete Tropfen, ein banaler Vergleich, aber immer wieder reden, immer wieder zusammensitzen, das ist tatsächlich der Schlüssel. Wir haben tolle Leute bei uns, die den Austausch kultivieren, Darco Cazin ist einer davon. Dann braucht es noch ein wenig Glück, dass in den Gemeinden vielleicht auch noch ein Biker sitzt oder einer, der ein bisschen offener für die Anliegen der Biker ist. Es braucht sehr viel Arbeit – und es ist nicht die lässigste Arbeit.
Provokativ formuliert: In Graubünden gibt es einen hohen Anteil an Leuten, die vom Tourismus direkt oder indirekt profitieren. Im Mittelland fehlen die übergeordneten Interessen, das macht es dort zur Herkulesaufgabe?

Dominik:
Ja, das kann man so sagen. Uns fehlt die Tourismus-Lobby, die wirtschaftlich Gewicht hat, das fehlt bei uns wirklich. Aber man darf nicht vergessen, wir haben auch Tourismus-Organisationen, die sich mittlerweile aufstellen. Wir sind dabei, diese mit ins Boot zu holen. Klar sind wir kein Übernachtungsdestination wie Graubünden. Aber die Leute, die hier wohnen, wollen biken. Die lassen hier in den Shops ihr Geld liegen, sie gehen jede Woche nach dem Bike-Treff in eine Beiz – und diese Wertschöpfungskette darf man nicht vergessen.

Silas:
Wenn wir die letzten 20 Jahre betrachten, dann war die Arbeit in unserer Region Basel/Nordwestschweiz immer von individuellen Persönlichkeiten abhängig, die bereit waren, wahnsinnig viel Freizeit zu opfern. Wie ein René Schenker, der einzelne Trails immer wieder mit den Behörden verhandelt hat. Das ist ein riesiger Aufwand, der teilweise von einzelnen Personen betrieben wird. Überall sind es lokale, individuelle Initiativen, die ergriffen werden. Das macht das Mountainbiken ja auch sympathisch. Dass Leute sich zusammentun, weil sie gemeinsame Interessen haben und es nicht so kommerziell ist.

Dominik:
Das ist sicher so. Von der Basis kommt gerade sehr viel Engagement, auch im Zuge der IMBA-Geschichte. Regionale IGs bilden sich. Und es wird wirklich versucht, von unten etwas zu bewegen. Aber es braucht beides. Die IGs müssen von unten kommen, aber oben muss den Kantonen auch klar werden: Wir müssen uns bewegen. Ansonsten läuft man von unten immer auf. Und das hat enorm viel Frustpotenzial. Es sollte ein Zusammenspiel von unten und oben sein.

Martin: Ich war letztens an einer Podiumsdiskussion zum Thema «Weshalb Kultur nicht so professionell funktioniert wie der Tourismus». Ein wichtiger und spannender Punkt in dieser Diskussion ist die Finanzierung. Wir sind eine Tourismusorganisation, ich habe einen Lohn, und wenn ich mich einsetze, dann ist das bezahlt. Wie in der Kultur sind auch zur Förderung des Freizeitsports Biken neue IGs, Clubs oder Vereine entstanden, die praktisch über keine finanziellen Mittel verfügen. Und ihnen gegenüber stehen meist recht mächtige Einrichtungen, von Gemeinden über Verwaltungen etc.

Silas: Da möchte ich direkt denn Ball zu dir spielen, Martin. Graubünden hat doch ein wahnsinniges Interesse, dass im Mittelland viel gefahren wird. Dann ist die Chance doch viel grösser, dass sie auch das nächste Level erreichen möchten. Also ist es eigentlich im Interesse der Bergkantone, die vom Tourismus leben, damit die Erfahrung bis zu uns ins Mittelland kommt und so etwas entstehen kann. Eure Erfahrung und der Austausch ist extrem wichtig für uns. 

Was können den Regionen, die nicht so professionalisiert sind, von Graubünden lernen - ausser, dass eine andere finanzielle Power dahintersteckt?

Martin: Eigentlich genau das, was Silas gesagt hat. Das «How to do», «Best Practices» – all diese Dinge. Wir haben mit unserem Kanton in diesem Kontext eine interessante Diskussion. In Zusammenarbeit mit der Fachstelle für Langsamverkehr in Graubünden kam die Frage auf, ob wir unseren Vorsprung in der Sensibilisierung und Kommunikation mit der Kampagne «Fairtrail Graubünden» für uns behalten sollten. Da habe ich gesagt: Nein, das wäre falsch. Es geht uns ja alle an. Und es ist wichtig, dass wir helfen. Wir machen das sehr gerne, das ist auch wichtig, rein aus dem Herz heraus, aber auch für den Markt. Das würde ich machen, das Angebot steht.
«von der basis kommt viel engagement. Aber auch den kantonen muss klar werden: Wir müssen uns bewegen.»
Beim Biken läuft ja viel über das Material und den Lifestyle. In Amerika setzt sich die Bike-Industrie aktiv für den Trailbau ein, nach dem Motto: «Wir supporten den Sport, der uns wichtig ist». Ist es möglich, dass sich die Schweizer Bike-Branche aktiv für den Trailbau oder -unterhalt engagiert?

Silas:
Es wird möglicherweise nicht so kommuniziert oder organisiert wie in deinem amerikanischen Beispiel. Aber es ist nicht so, dass die Industrie nicht begriffen hat, dass die Infrastruktur wichtig ist – ohne gibt es den Sport nicht. Wir engagieren uns einerseits auf der Seite von velosuisse, dem Lieferantenverband und in der IMBA. Und als Unternehmen haben wir verschiedene Trails jedes Jahr mit einem Budget unterstützt, um diese Infrastruktur zu unterhalten und auch zu schaffen. Es ist nicht so, dass von Industrie-Seite aus nichts passiert. Ähnlich wie Graubünden haben auch wir ein riesiges Interesse, dass im Mitteland Velo gefahren wird. Wir sind abhängig von der Infrastruktur und darum engagieren wir uns, damit sich etwas weiterentwickelt.

Mittlerweile gibt es viele Akteure, die sich engagieren: IMBA, swiss cycling, SchweizMobil, die Branchenverbände und Destinationen – und viele Freiwillige, die ihre Freizeit opfern. Wären wir langsam nicht am Punkt, auf ein nächstes Niveau zu kommen? Wie müssten wir uns als Schweizer Biker organisieren?

Silas:
Organisatorisch ist die letzten Jahre sehr viel passiert. Ich glaube, am Schluss ist es leider so, es geht auch ums Geld.  In der Vergangenheit war es wahnsinnig schwer, einen Biker dazu zu bringen, für seinen Trail etwas zu bezahlen. Der Mountainbike-Sportler ist ja teilweise doch ein Fluchttier und ein Individualmensch. Das macht es nicht immer einfach, sie in eine Gruppe zu kriegen. Dennoch ist schon viel Gutes entstanden. Wir müssen eher ein wenig aufpassen – und das ist der positive Effekt der IMBA –, dass es einen professionellen, nationalen Sprecher gibt, der immer in die gleiche Richtung geht und trotzdem alle abholen kann. Ich bin der Meinung, dass die IMBA dieses Sprachrohr werden kann. Wenn sich die ganzen regionalen Gruppen jetzt noch besser koordinieren, können wir das Ganze weiter professionalisieren. Wichtig ist auch, dass wir den Frieden am Berg behalten – und dass der Sport nicht zum Feindbild wird. Wir sind teils schnell im Wald unterwegs und müssen schauen, dass wir uns nicht zu einem Extrembeispiel entwickeln.
Entwicklung im Mountainbiken:   Reden ist der Schlüssel

Silas Obrist

Silas Obrist ist CEO des Schweizer Vertriebs TST GPR AG. Die Leidenschaft fürs Bike reicht bei Obrist bis in die frühe die Kindheit. Als er im Alter von zehn Jahren sein erstes richtiges Mountainbike bekam, war er ab diesem Tag den groben Reifen verfallen. Danach folgten viele Jahre auf den Hometrails im Wald – und auf der Rennstrecke: Mit 13 Jahren stand er zum ersten Mal am Start eines Rennens – Dual Slalom mit Ski-Kippstangen. Danach ging es mehrere Jahre im Rennmodus über Downhill- und Four-Cross-Strecken.

Aus Leidenschaft wurde irgendwann der Beruf: 1998 wechselte Obrist ins Bike-Business und startete mit TST Trading einen Vertrieb für Biketeile – unter anderem auch für die US-Kultmarke Yeti.  Im Januar dieses Jahres fusionierte das Unternehmen mit der GPR AG zur TST-GPR AG. Silas Obrist ist zudem im Vorstand von velosuisse, dem Verband der Schweizer Fahrradlieferanten.
Kannst du das Extrembeispiel anhand eines konkreten Beispiels formulieren?

Silas:
Was wir beispielsweise immer wieder haben, sind Leute, die selber schaufeln und Sachen bauen, die illegal sind. An Orten, wo man weiss, dass man bewusst Schaden anrichtet. So etwas sollten wir vermeiden. Wir sollten schauen, dass wir unsere Community und das, was uns auch stark macht, erhalten. Ich kenne fast keinen Biker, der nicht grüsst, bremst oder die Hand hochhält und sagt «Ich wünsche dir noch einen schönen Sonntag». Wenn wir das als Kultur in unserer Community aufrechterhalten können, hilft uns das extrem.

Dominik: Was der Silas anspricht, ist ein wichtiger Punkt. Individualsport, Freiheit usw. ist sicher ein Stück weit eine Begründung. Ja, es braucht elf Leute, um ein Fussballteam zu gründen oder eine Infrastruktur, um Hockey zu spielen. Aber, und das ist genau der Punkt: Diese Infrastruktur hat der Verein nicht selbst bezahlt, sondern es wurde über öffentliche Gelder finanziert. Das ist der grosse Unterschied. Ganz provokant gefragt: Wieso soll denn ein Biker alleine etwas bezahlen, der Volleyball oder Hockeyspieler macht es ja auch nicht? Der Punkt ist, dass man die öffentliche Hand dazu bewegen kann: Hey, Mountainbiken ist ein grosses Bedürfnis in der Agglomeration, entsprechend sollten auch Gelder aus dem Steuertopf fliessen. Der zweite Punkt ist das Veloweggesetz. Wir sind hier nicht mehr in der Pionierphase – Mountainbiken wird erwachsen mit diesem Gesetz.
Dominik, eine Frage zu SchweizMobil. Es gibt ein dichtes MTB-Routennetz, aber der Anteil an ausgeschilderten Singletrails ist relativ niedrig. Kann das Routennetz überhaupt mit den Bedürfnissen Schritt halten?

Dominik:
Du fasst es bereits in der Frage schon sehr gut zusammen. Die Qualitätssteigerung ist eine grosse Herausforderung, dass der Trailanteil zunimmt und dass es zum Teil Routen gibt, die nicht dem Kundenwunsch entsprechen. Im Wallis und in Graubünden gibt es aber signalisierte Routen, die sehr wohl einen hohen Singletrail-Anteil haben. Da ist die Attraktivität gegeben. Aber in den anderen Kantonen – und da gebe ich dir Recht – ist das nicht der Fall. Das liegt nicht daran, dass wir das nicht wollen. Sondern wir können es schlicht nicht machen, weil die Trails und Wanderwegabschnitte, die man befahren möchte, nicht freigegeben werden. Das ist der Hauptgrund, warum wir zum Teil die Attraktivität nicht schaffen können.
Das heisst, sobald es in einem Kanton ein finanzielles Mountainbike-Interesse gibt, wird dann auch dafür gesorgt, dass Trails homologiert werden und befahren werden können?

Dominik: Genau, wenn diese Möglichkeit besteht, wird das immer wieder gemacht. Das Wallis ist ein sehr aktuelles Beispiel. Hier hat man viele Wege homologiert und es sind sehr attraktive Routen dazugekommen, die durchgehend Singletrails sind. Da muss der Wille der Trägerschaft, des Kantons oder der Gemeinden vorhanden sein – und es müssen die gesetzlichen Rahmenbedingungen gegeben sein. Von SchweizMobil aus können wir nicht direkt Einfluss nehmen. 

Martin: Die Wirtschaft ist der Treiber per se. In Graubünden hat es mit Graubünden Bike begonnen. Das Projekt wurde vom Kanton unterstützt, weil die öffentliche Hand einen gewissen Trend und ein Wertschöpfungspotenzial erkannt hat. Das Gleiche passiert jetzt übrigens mit Trailrunning – wenn auch mehr in der Nische. Wenn der Kanton sieht, dass sich eine Sportentwicklung touristisch lohnen könnte, dann werden Bemühungen zur Förderung auch unterstützt. 

Silas: Aber es gibt auch den Gegeneffekt. Und zwar, dass Gemeinden bewusst nichts für Biker machen wollen, weil es zu mehr Verkehr kommt. Attraktive Trails ziehen die Leute an und führen zu Autoverkehr – und das möchten manche Gemeinden nicht. Schaut man samstags bei uns in der Nordwestschweiz auf die Pumptracks zum Beispiel: Da ist der ganze Schwimmbad-Parkplatz voll – und niemand ist im Schwimmbad. Da muss man sich bewusst sein, dass es hier in den Gemeinden Zielkonflikte gibt, die die Gemeinden bewusst vermeiden wollen, vor allem wenn es keine erkennbare Wertschöpfung gibt.

Dominik: Deine Aussage ist klar die Bestätigung dafür, dass es zu wenig offizielle Infrastruktur gibt. Wenn es überall etwas geben würde, hätte man dieses Problem nicht. Häufig liegt der Bau bei der Gemeinde und niemand traut sich etwas zu bewegen, weil man sich bewusst ist, dass es magnetisch wirkt. Aber wenn es in jeder Gemeinde etwas für Biker hätte, würde man sehr viel Druck wegnehmen.

Silas: Definitiv, es gibt eine gewisse Menge an Mountainbikern und die muss sich in irgendeiner Form verteilen. Und weil die Attraktivität des Mountainbike-Sports in der Breite zugenommen hat, braucht es auch in der Breite Infrastruktur, die für jeden erreichbar ist. Wenn diese Attraktivität in der Breite nicht vorhanden ist, dann kommt es zu diesen Ballungspunkten – selbst auf einem attraktiven Trail in Graubünden.
«wir sind abhängig von der infrastruktur und wir engagieren uns, damit sich etwas weiterentwickelt.»
Unser Anspruch hat sich komplett gewandelt. Früher war man froh, dass es überhaupt Trails gab. Jetzt kommt man am Wochenende mit einer gewissen Erwartungshaltung: Trail, Shuttle und Erlebnis müssen passen. Ist das nicht auch ein Problem?

Silas:
Nicht wirklich. Das ist doch die normale Entwicklung eines Sports. Es gibt Leute, wie uns die Mitte 90er-Jahre angefangen haben. Man hat alles selber gemacht: geschaufelt, geschraubt und alles gemacht, um das Hobby irgendwie ausleben zu können. Heute gibt es die Breite. Und es entsteht eine Anspruchshaltung von Menschen, die in diesen Sport Gruppe reinkommen. Ich glaube nicht, dass wir uns Vorwürfe machen müssen, dass wir zu anspruchsvoll geworden sind. Ich glaube, es ist eine gute Entwicklung. Mountainbiken ist ein toller Sport und ich glaube, wir sollten hier nicht bremsen. Es geht weiter, wir entwickeln uns weiter, wir müssen einige Rahmenbedingungen schaffen und schauen, dass gewisse kulturelle Themen bleiben. Aber «keep going», es ist eine wunderbare Zeit für das Mountainbiken.

Dominik:
Du machst da ein interessantes und riesiges Tor auf mit der Anspruchshaltung unserer Freizeitgesellschaft. Ich gebe grundsätzlich Silas recht. Man darf aber nicht vergessen, dass wir in der Schweiz doch ein wenig verwöhnt sind. Wir haben coole Angebote in Alpenkantonen. Es geht uns gut, wir können viel biken, – wenn auch nicht alle direkt vor der Haustüre. Vergleicht man jedoch Mountainbiken mit dem Wintersport, ist es ganz klar: Ich packe meine Ski, fahre in die Alpen an einen Skilift um Skizufahren. Aufgrund der Erwartungshaltung stelle ich fest, dass es viele Bikende gibt, die das Gefühl haben, dass wir an unserem Hausberg hier einen Bikepark haben müssen. Ich glaube, das ist der falsche Ansatz. Wenn ich einen Bikepark möchte, dann fahre ich dorthin, wo es diese Anlagen gibt. Aber wenn man bei uns im Jura fahren will, gibt es das bestehende Wegnetz, welches selber erreicht werden muss. Aber es ist nicht das Pistenskifahren und «Pistenbiken», – hier muss man doch unterscheiden.

Silas: Da muss ich mich aber kurz wehren. Es ist eine Progression des Sports und es ist doch ganz klar, dass man das will. Ich wollte auch bessere Trails haben, habe mich dafür eingesetzt und habe was gemacht. Ich denke, da sollten wir uns nicht bremsen und müssen wir auch weitermachen. Wir haben ja die Rahmenbedingungen gesetzt. Lassen wir es nicht überborden und Leute mit irgendwelchen selbst gekauften Bagger Trails bauen. Wünsche zu haben und vorwärtszugehen ist menschlich und es ist doch wunderbar, dass wir in unserem Sport Leute haben, die vorwärtsgehen wollen und was erreichen möchten.

Martin: Wir sagen, unseren Destinationen positioniert euch. Es müssen nicht alle das Gleiche bauen, nicht alle müssen Lenzerheide oder Chur kopieren. Es ist entscheidend, seine Zielgruppe zu finden und diese zu bedienen. So gestaltest du dein Produkt und entwickelst dich weiter, – was auch wieder zu einer Entflechtung führt. Was ich bei uns als eine kleine Herausforderung sehe, ist: Die Biker, die bisher im Park unterwegs waren, beginnen auch bei uns in Chur andere Gebiete zu erkunden und schieben auf einmal ihre Bikes, die Trails an meinem Hausberg hoch, wo auch Spaziergänger und Wanderer unterwegs sind. Da stehen wir aktuell am Anfang der Entwicklung, aber hier muss man vielleicht besonders aufpassen.

Silas: Es braucht gesetzte Rahmenbedingungen, wie für alles in unserer Gesellschaft. Es gibt Gesetze und Pflichten und an denen muss man sich in irgendeiner Form orientieren. Ich finde das nicht schlimm, wenn man bestimmte Gebiete mit anderen Ansprüchen als geschützt deklariert, dann ist dieser Berg für Biker tabu. Gesamthaft glaube ich, dass es wichtig ist, dass man dieser Dynamik aber auch ihren freien Lauf lässt. So hat sich das Mountainbiken entwickelt und wird sich auch die nächsten 20 Jahre weiterentwickeln.
Angenommen, es läuft die nächsten 20 Jahre so innovativ weiter. Fahren wir in zehn Jahren alle nur noch E-Bikes?

Silas:
Aus Industriesicht ist klar, dass sich das E-Bike noch stärker weiterverbreiten wird. Persönlich glaube ich nicht, dass es das Pedal-Bike komplett verdrängen wird. Das ist aus der momentanen Sicht undenkbar. Ich glaube nicht, dass das pure Mechanische verschwinden wird. Der Mensch will etwas Unendliches haben. Er will etwas haben, das er versteht, – etwas, das die Zeit überdauert. Das E-Bike ist in drei Jahren wieder obsolet, weil der Prozessor nicht mehr funktioniert oder ein Teil nicht mehr ersetzbar ist. Ich will doch nicht in die Berge gehen und von einem Akku oder Solarzellen auf dem Rücken abhängig sein. Die Motivation ist doch, von selber etwas zu erklimmen, – sofern man physisch dazu in der Lage ist. Mountainbiken ist physisch anstrengend. Und durch den Motor und Unterstützung bringt es die Leute dazu, an Orte zu kommen, die sie bis jetzt nicht erreicht haben. Aber beim Mountainbiken wird das Pure bleiben. Hier gibt es zu viele Enthusiasten wie auch mich.

Martin:
Aber was wäre denn schlimm dran, wenn die Metamorphose hin zum E-Bike tatsächlich stattfinden würde?

Silas:
Nichts, ich finde überhaupt nichts Schlimmes daran. Dann ist das die Entwicklung und eine Frage der Innovation. Will es die Gesellschaft oder der Konsument oder eben nicht? Wenn wir Angebote schaffen, die in irgendeiner Form das Bedürfnis besser decken als das bisherige, werden sich diese durchsetzen. Also null verteufeln und es so nehmen, wie es kommt und auch schauen, was in Zukunft technisch möglich wird.
Zum Abschluss. Als Branchenvertreter schaut ihr natürlich in die Zukunft. Erkennt ihr schon den nächsten grossen Trend?

Dominik:
Wenn ich eine Kristallkugel hätte, dann würde ich es dir sagen. Ich bin vorsichtig mit Prognosen, es kommt immer anders, als man denkt. Man hat einen Trend und Verkaufszahlen. Nur weil diese über 20 Jahre steigen, heisst das nicht, das sie in den nächsten 20 Jahren auch steigen werden. Es bleibt spannend und das Schöne ist, ein Teil davon zu sein und diesen spannenden Prozess mitzugestalten. 

Silas:
Ich glaube, dass es zumindest aus technischer Sicht «den heissen Scheiss» nicht geben wird. Was aber eine ganz coole Perspektive ist, ist die Verbindung aus Tourismus und technischer Kombination. Heckträger am Auto haben den Radius für viele vergrössert. Dass so viele Frauen in unseren Sport gekommen sind, ist auch eine tolle Entwicklung. Noch vor 15 bis 20 Jahren bestand der Sport aus 90 Prozent Männern. Mittlerweile haben so viele tolle Leute diesen Sport für sich entdeckt. Ich glaube, im Bereich der Tourismus-Angebote wird noch viel passieren. Dass du mit dem Mountainbike so viel erleben kannst, ist für mich die tollste Perspektive.

Martin:
Für mich persönlich ist die Demokratisierung – sprich, dass heute immer mehr Menschen den Zugang zum Biken finden – fantastisch. Das wird dem Sport noch einen riesigen Schub geben. Technisch kann ich die Entwicklung zu wenig abschätzen, aber da kommt sicher noch etwas auf uns zu. Das Wichtigste ist, wir alle befinden uns in einem Lernprozess. Biken ist jetzt schon Lifestyle. Im Moment ist es lässig, wenn man mit einem coolen Bike unterwegs ist, in den Zug steigt und danach zum Bier geht. Wenn sich der Freizeitsport weiterentwickelt und noch breiter wird, dann ist noch vieles möglich.

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